Die Gemeinde Hohen Neuendorf im Landkreis Oberhavel wird es von heute abend an nicht mehr geben. Denn Hohen Neuendorf wird an diesem Mittwoch zur Stadt. Im Auftrag der Landesregierung verleiht Brandenburgs Innenminister Alwin Ziel den derzeit 17 634 Einwohnern das Stadtrecht pünktlich zur offiziellen 650-Jahr-Feier der bislang größten brandenburgischen Gemeinde, die seit 1992 aus den Ortsteilen Bergfelde, Borgsdorf und Hohen Neuendorf besteht.Zweite "Stadterhebung" seit 1990 Vor einem halben Jahr stellte die Gemeindevertretung ihren Stadt-Antrag beim Innenministerium. Dort wird in einem solchen Fall mit Hilfe anderer Ministerien geprüft, ob die antragstellende Gemeinde einen "städtischen Charakter" hat, und zwar in bezug auf Einwohnerzahl, Siedlungsform und die kulturellen und wirtschaftlichen Verhältnisse. Konkret festgelegt ist dabei nur die Zahl der Einwohner: Im sogenannten "engeren Verflechtungsraum" von Berlin müssen es schon mindestens 10 000 sein, in anderen Teilen Brandenburgs 5 000. "Außerdem soll die Gemeinde einen erkennbaren Ortskern haben, um den herum sie gewachsen ist", sagt Bettina Cain, Sprecherin des Innenministeriums. Das sei in Hohen Neuendorf die Schönfließer Straße und der Wildbergplatz. "Das hat dort schon den Charakter eines kleinstädtischen Zentrums", zitiert sie vorab aus der Rede des Innenministers. Dazu komme neben der guten Verkehrsanbindung der Kommune auch die erfolgreiche Ansiedlung von Dienstleistungsfirmen, Handel und Gewerbe. Für Alwin Ziel wird die Verleihung des Stadtrechts an Hohen Neuendorf allerdings durchaus persönliche Folgen haben. Denn der Innenminister wohnt dort. Ab heute ist auch er ein echter Städter.