WASHINGTON. Die CIA hat offenbar einen neuen und sehr wertvollen Mitarbeiter gewonnen: Der iranische Atomwissenschaftler Scharam Amiri, der im Sommer vergangenen Jahres auf einer Pilgerreise nach Mekka in Saudi-Arabien auf mysteriöse Weise verschwunden war, soll sich jetzt in den USA aufhalten und für den Geheimdienst CIA arbeiten, meldete am Mittwoch der Sender ABC. US-Geheimdienstler bezeichneten die Abwerbung als Coup bei den Bemühungen der Vereinigten Staaten, das iranische Atomprogramm zu torpedieren. Offiziell hat die CIA die Nachricht weder bestätigt noch dementiert.Wichtige InformationenAmiri arbeitete im Iran an der Teheraner Malek-Ashtar-Universität für Verteidigungstechnologien, die in enger Verbindung zu den Revolutionsgarden steht, eine Außenstelle in Isfahan unterhält und für die Atom- und Verteidigungsprogramme der Islamischen Republik forscht. Von offiziellen iranischen Stellen wird Amiri nur vage als Forscher oder Physiker bezeichnet. Allerdings verwies ABC darauf, dass es kurz nach dem Verschwinden Amiris hieß, die USA hätten Hinweise auf eine weitere Urananreicherungsanlage nahe Ghom. Über deren Fertigstellung informierte dann Irans Führung die Atomenergiebehörde in Wien im letzten Herbst.Der iranische Außenminister Manuschehr Mottaki hatte der US-Regierung vorgeworfen, Amiri verschleppt zu haben. Dem Iran lägen Beweise vor, "dass die Amerikaner eine Rolle bei Schahram Amiris Entführung gespielt haben". US-Geheimdienstkreise sprechen nun von einem Seitenwechsel, der von langer Hand geplant worden sei, berichtete ABC. Saudische Agenten sollen Amiri demnach am 31. Mai bei seiner Ankunft am Flughafen sofort verhört haben. Drei Tage später habe er sein Hotel in Medina verlassen, sei nicht zurückgekommen und spurlos verschwunden.Die USA verdächtigen den Iran, Atombomben bauen zu wollen. Sie wollen dem Regime von Staatschef Ahmadinedschad nicht nur mit Sanktionen davon abbringen, sondern den Druck auch mit verdeckten Maßnahmen erhöhen wie der Abwerbung vom Wissenschaftlern oder lukrative Angebote. Mehrere iranische Atomwissenschaftler fanden zudem ein gewaltsames Ende: Im Januar starb der Forscher Massud Ali-Mohammed, als eine ferngesteuerte Bombe vor seinem Haus explodierte. Schon Anfang 2007 war ein iranischer Kernforscher durch eine mysteriöse Gasvergiftung ums Leben gekommen. (mit AFP)------------------------------Foto: Die CIA hat einen Coup gelandet. Ihr Chef Leon Panetta schweigt - wie es sich für Geheimdienste gehört.