Wie lange man braucht bis zum Ziel und wie viel das kostet, ist nur ein Kriterium für die Wahl des Verkehrsmittels. Viele interessiert inzwischen auch, wie klima- und umweltfreundlich die verschiedenen Fortbewegungsmittel sind. Für die Umweltverträglichkeit der einzelnen Verkehrsmittel sind fünf Faktoren relevant: der Energieverbrauch, der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid, die Erzeugung von Schadstoffen, die Lärmbelästigung und der Flächenverbrauch.Im Umweltvergleich der Verkehrsmittel muss ihre tatsächliche Leistung berücksichtigt werden. So verursacht der Straßenverkehr zwar mit Abstand die größten Umweltschäden, aber auf den Straßen werden auch am meisten Menschen und Waren transportiert. Erst wenn die Umweltfolgen der verschiedenen Verkehrsmittel auf die gleiche Verkehrsleistung bezogen werden, ergibt sich ein faires Bild. Gemessen wird die Verkehrsleistung deshalb in Personenkilometern. Die Personenkilometer ergeben sich aus der Zahl der Reisenden multipliziert mit der Transportentfernung.Autos schneiden schlecht abDie Umweltbilanz der verschiedenen Verkehrsträger ist nicht nur technisch bedingt, sondern hängt auch von ihrer Auslastung ab. Dabei gilt: je besser die Auslastung, desto besser die Umweltbilanz pro Person. Das renommierte Heidelberger Ifeu-Institut hat dazu eine "Datenbank Umwelt und Verkehr" eingerichtet, in die die aktuellsten Daten eingespeist werden. Ein Auto ist im Schnitt mit 1,5 Personen besetzt, hat also eine Auslastung von etwa 30 Prozent. Bei Flugzeugen liegt die durchschnittliche Auslastung bei 73 Prozent, bei Reisebussen bei 60 Prozent, beim Eisenbahnfernverkehr bei 46 Prozent und im Nahverkehr bei 26 Prozent. Wenn man all dies berücksichtigt, dann sind - vom Fahrrad mal abgesehen - Bahnen das umweltfreundlichste Verkehrsmittel. Autos und Flugzeuge schneiden dagegen am schlechtesten ab.Das Flugzeug stößt pro Personenkilometer laut Ifeu 183 Gramm CO2 aus. Wenn man berücksichtigt, dass die Emissionen bei Langstreckenflügen in einer Höhe ausgestoßen werden, in denen sie größere Schäden verursachen als am Boden, liegt der Wert sogar noch höher. Das Auto liegt bei 138 Gramm, bei Reisezügen sind es dagegen nur 63 Gramm. Auch die S-Bahn-Berlin schneidet gut ab im Vergleich zum Pkw: Sie verursacht nur 73 Gramm Kohlendioxid pro Personenkilometer. Außerdem hat sie ihren Energiebedarf von 2005 bis 2008 um rund 20 Prozent gesenkt: Das heißt, die Züge sind sparsamer geworden. Metros und Trams liegen bei 78 Gramm, Linienbusse bei 70 Gramm CO2. pro Personenkilometer.Fahrrad, Bus und Bahn können das Auto nicht überall ersetzen, aber öfter als viele glauben. Immerhin sind die Hälfte aller Pkw-Fahrten kürzer als fünf Kilometer, knapp ein Drittel sogar kürzer als drei Kilometer - sie können auch gut zu Fuß oder Rad zurückgelegt werden. Das ist nicht nur gut für die Gesundheit, nach Berechnungen des Umweltbundesamts ist man mit dem Fahrrad bei Entfernungen von bis zu sechs Kilometern sowieso am schnellsten. Wege zum Parkplatz, mögliche Staus sowie die Parkplatzsuche führen dazu, dass die Autofahrt häufig länger dauert als angenommen. Und das häufige Anhalten und Anfahren führt zu extrem hohem Kraftstoffverbrauch.------------------------------Online-EntscheidungshilfeUmweltmobilcheck: Wie viel CO2 stößt ein Auto auf der Reise von Berlin nach Frankfurt aus und wie schneidet die Bahn ab? Das kann man sich mit dem Umweltmobilcheck der Deutschen Bahn selbst ausrechnen. Diesen findet man unter www.umweltmobilcheck.de und er ist in die Reiseauskunft unter www.bahn.de integriert. Neben den Kosten vergleicht er Bahn, Pkw und Flugzeug hinsichtlich Fahrtdauer, Energieverbrauch und Ausstoß von Schadstoffen.------------------------------Grafik: CO2-AusstoßFoto: Am umweltfreundlichsten ist man in der Stadt mit dem Rad oder der Bahn unterwegs.