Der monatelange Streit um die mit polychlorierten Biphenylen (PCB) verseuchten Schulsporthallen scheint in absehbarer Zeit beendet zu sein. Das Spandauer Bauamt erhält 200 000 Mark vom Senat. Damit soll zunächst die Halle der Zeppelin-Grundschule am Heidebergplan in Staaken saniert werden."Wir haben vom Bauamt die Zusage, das Geld für die Sanierung zur Verfügung gestellt zu bekommen", sagte Volksbildungsstadtrat Gerhard Hanke (CDU). Im Oktober soll damit begonnen werden. Wenn alles wie erwartet funktioniert, dürfte die Halle nach Ende des ersten Schulhalbjahres wieder nutzbar sein. Bauetat ist erschöpft "Wir haben uns entschieden, mit der Zeppelin-Schule anzufangen. Die Halle der Schule an der Remscheider Straße ist im nächsten Jahr dran", so Hanke. Das dafür benötigte Geld aus dem Topf "bauliche Unterhaltung" steht erst 1996 wieder zur Verfügung.Techniker hatten 2200 Millardstel Gramm PCB pro Kubikmeter Raumluft gemessen. PCB steht im Verdacht, Krebs zu erregen sowie Leber und Immunsystem zu schädigen. Außerdem verursache PCB Übelkeit und Kopfweh, sagen Mediziner und Umwelttechniker.Stadtrat Hanke sah zunächst keinen Grund, einzugreifen. Weder habe der Bezirk genug Geld, noch seien noch freie Kapazitäten zu finden. Außerdem gebe es einen Richtwert des Bundesgesundheitsamts. Danach müßte erst bei einem Wert von 3000 Millardstel Gramm eingegriffen werden, argumentierte er.Die Eltern gingen auf die Barrikaden. Sie drohten damit, ihre Kinder nicht mehr zur Sportunterricht zu schicken. Von der Schulbehörde war die lapidare Antwort gekommen, daß sie damit gesetzwidrig handeln würden. Hanke hatte jedoch angekündigt, Schulversäumnisanzeigen nicht zuzustimmen. Mut machte den Eltern das Steglitzer Beispiel. Dort hatte der Bezirk entschieden, daß in den Hallen bei mehr als ein 1000 Millardstel Gramm zu handeln sei.Nun bewegt sich auch in der Havelstadt etwas. Zunächst soll mit den 200 000 Mark ein Sanierungsgutachten für die Zeppelin-Grundschule erstellt werden, ehe mit der Beseitigung der häufig in Lüftungsanlagen abgelagerten Benzol-Chlor-Verbindungen begonnen wird. Busse im Einsatz Bis dahin haben viele Kinder einige Odysseen durch Spandau vor sich. Sobald kühle Witterung Sportunterricht im Freien nicht mehr zuläßt, wandern die Vorklassen sowie die ersten und zweiten Klassen in die Linden-Grundschule an der Staakener Feldstraße. Die Viert- bis Sechstklässler werden per BVG-Bus in die Halle der Carlo-Schmid-Oberschule an der Lutoner Straße gefahren. Allein durch diesen Transport vermindert sich die Anzahl der Sportstunden pro Woche von drei auf zwei. Für die Schülerinnen und Schüler der 3. Klassen steht in diesem Schuljahr Schwimmen auf dem Stundenplan.Bisher ist nicht klar, ob die 200 000 Mark vom Senat für die Sanierung ausreichen. "Wenn wir Glück haben, kommen wir hin", drückte sich Stadtrat Hanke vorsichtig aus. +++