Von einer Qualifikation der Angestellten profitieren sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber: Per Gutschein zu mehr Wissen

Ein älterer Mitarbeiter arbeitet seit Jahren in einer IT-Firma. Sein Wissen hat er sich Schritt für Schritt selbst angeeignet. Jetzt will er sich weiterbilden, um seinen Job nicht an einen Jüngeren zu verlieren. Das mittelständische Unternehmen, in dem er arbeitet, will auch international konkurrenzfähig bleiben und möchte deswegen seine Mitarbeiter weiterqualifizieren. WeGeBAU -Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen -kann beiden helfen. Das Programm wurde 2006 von der Bundesagentur für Arbeit ins Leben gerufen und mit dem Konjunkturpaket II noch erweitert. Ziel der WeGeBAU ist es, Arbeitslosigkeit zu vermeiden, die Beschäftigungschancen der Arbeitnehmer zu verbessern und Fachkräftemangel entgegen zu wirken.WeGeBAU kommt für ältere Arbeitnehmer ab 45 Jahren infrage und für gering qualifizierte Arbeitnehmer, die entweder keinen Abschluss haben oder seit mehr als vier Jahren nicht mehr in dem einmal erlernten Beruf tätig sind. Um beide Gruppen zu fördern, hat das Programm WeGeBAU zwei Instrumente: Die gering qualifizierten Arbeitnehmer wie auch die älteren erhalten einen Bildungsgutschein, den sie bei zertifizierten Bildungsanbietern einlösen können. Die Agentur für Arbeit trägt die vollen Kosten der Weiterbildung und gewährt auch Zuschüsse auf Fahrtkosten oder Unterbringung. Die Höhe des Gutscheins hängt dabei ganz von der Art der Weiterbildung ab. Das zweite Instrument ist der "Arbeitsentgeltzuschuss". Der Arbeitgeber muss seinen gering qualifizierten Mitarbeiter für eine Weiterbildung freistellen. Dafür kann er einen Zuschuss, der den Arbeitsausfall teilweise deckt, beantragen. Besonders im Gesundheits- und Pflegesektor kann WeGeBAU in Berlin sehr gute Erfolge verbuchen. Auch in der Automobilindustrie, in Produktionsbetrieben und im Handel stößt es auf große Resonanz.Der Weg vom Antrag zur Förderung ist einfach: Der Arbeitgeber stellt die Anfrage für seinen Angestellten bei der Agentur für Arbeit. Der Vermittler berät den Arbeitgeber, prüft die Möglichkeiten einer Förderung und schickt ihm den Antrag zu. Die Förderung erfolgt dann als Weiterbildung mittels Bildungsgutschein. "Beschäftigte können durch diese Förderung bei fehlenden Qualifikationen während der Anstellung für ihre Aufgaben qualifiziert werden, ohne den Arbeitsplatz zu verlieren", sagt Ina Gorzolka, Pressesprecherin der Agenturen für Arbeit Berlin. Für den Arbeitgeber bedeute dies, dass er sein Personal, mit dem er bereits zusammenarbeitet, nicht entlassen muss, weil es bestimmte Qualifikationen nicht besitzt. Dem Arbeitnehmer sichert die Weiterbildung Weiterbeschäftigung.In Berlin hat das Programm großen Zuspruch. Von Januar bis Juni 2008 gab es 256 Eintritte in Berlin in eine berufliche Weiterbildung. Im gleichen Zeitraum 2009 begannen bereits 344 Teilnehmer diese Weiterqualifizierung. Das komme durch das Konjunkturpaket II, sagt Gorzolka. Mit ihm hatte sich der Kreis der Personen, die gefördert werden können, erweitert. Das Programm WeGeBAU wird in Berlin noch mindestens bis Ende 2010 fortgesetzt.------------------------------WeGeBAUWeiterbildungenAuf der Website der Agentur für Arbeit finden Arbeitnehmer mithilfe der Suchmaschine "kursnet" Bildungsmaßnahmen, die über Bildungsgutscheine gefördert werden. www.arbeitsagentur.deWeitere InformationenInteressierte Arbeitgeber können sich wochentags zwischen 8 und 18 Uhr an die kostenpflichtige Hotline der Agentur für Arbeit wenden, Tel. 01801/664466.------------------------------Foto: Fortbildungen für Ältere können Arbeitsplätze erhalten.