Es gibt Menschen, die quälen sich morgens aus den Federn, selbst wenn eine Nacht mit ausreichend Schlaf hinter ihnen liegt. Dafür werden sie immer munterer, je näher es gen Abend geht und laufen selbst nach Mitternacht noch zu Höchstform auf. Andere wiederum haben keine Probleme, den Tag beim ersten Hahnenschrei zu beginnen. Ausgeruht springen sie um 5 Uhr aus dem Bett und schlafen auch im Urlaub nicht viel länger. Eine Spätvorstellung im Kino haben sie jedoch noch nie wach überstanden. Wo aber liegen die Ursachen für den unterschiedlichen Tagesrhythmus von Nachteulen und Frühaufstehern?Antworten auf Fragen wie diese versucht die Chronobiologie zu geben. In einem Versuch überließen die Wissenschaftler eine Gruppe von Frühaufstehern und eine Gruppe von Nachteulen jeweils sich selbst: beide Gruppen konnten ihren Schlaf-Wach-Rhythmus selbst bestimmen. Mit einem interessanten Ergebnis: Schon nach kurzer Zeit wichen die Rhythmen voneinander ab - keine Überraschung für die Wissenschaftler. Was sie hingegen erstaunte war die Tatsache, dass die Frühaufsteher auf sich allein gestellt zwar etwa einem 24-Stunden-Tag folgten. Ihre innere Uhr hingegen lief etwas schneller als die des Durchschnitts. Die Nachteulen aber pendelten sich bei einem Tagesrhythmus von 26 Stunden ein.Die innere Uhr der Nachtmenschen läuft damit um knapp zwei Stunden langsamer als unsere künstliche Zeiteinteilung und der von der Natur vorgegebene 24 Stunden Tag. Als Folge verschob sich die Schlafenszeit der Nachteulen immer weiter nach hinten. Bei "Lerchen", wie nicht nur der Volksmund sondern auch die Chronobiologen die Frühaufsteher nennen, geht die innere Uhr stets leicht vor. So kommt es, dass die Uhr schon Schlafenszeit vermeldet, wenn Nachtschwärmer erst so richtig wach werden. Da die biologischen Uhren von Genen gesteuert werden, ist auch der Chronotyp vererbt. Ein Frühaufsteher wird sich daher nie problemlos zur Nachteule verwandeln - und umgekehrt. Bis zu einem gewissen Grad kann sich aber jeder dem anderen anpassen. (hug.)