Alles andere als langweilig zeigt sich die Aprilia SL 1000 Falco. Bei einem Preis von 19 990 Mark geizt sie weder optisch noch technisch mit ihren Reizen. Warum sollte man auch gute Erbanlagen vertuschen, die sie von ihrer supersportlichen Schwester, der RSV Mille, mit in die Wiege gelegt bekam? Mit einer Sitzhöhe von 815 Millimetern kommen mittelgroße Vertreter des Homo sapiens gut zurecht. Besonders dann, wenn man bereits auf den ersten kurvenreichen Kilometern den fantastischen Knieschluss zu schätzen lernt. Das schafft Vertrauen zur Maschine und integriert den Fahrer ins Gesamtkonzept, das freilich von dem Ein-Liter-Zweizylinder bestimmt wird. Dumpf und für einen großen V2 doch sehr dezent nimmt der Einspritzer seine Arbeit auf. Über einen Chokehebel kann man die Kaltstart-Drehzahl unterstützend anheben. Zwischen 2 500 und 3 000 Touren steht einer ruckfreien Beschleunigung nichts mehr im Wege. Und spätestens bei 6 000 Umdrehungen hat man das Gefühl, die Falco würde darum betteln, endlich rennen zu dürfen. 118 PS bei vergleichsweise moderaten 9 250 Touren sorgen bei der Aprilia für exzellente Fahrleistungen, die sich die Falco allerdings auch mit einem vergleichsweise zünftigen Spritkonsum honorieren lässt. Im Durchschnitt ermittelten wir einen Verbrauch von 7,2 Litern. Als Spitzengeschwindigkeit stehen 255 km/h in den Papieren. Auf holprigen Abschnitten weiß das Zentralfederbein aus dem Hause Sachs mit viel Reserven zu gefallen. Sicher gibt es bequemere Bikes, doch bleibt bei ihnen oftmals die Sicherheit auf der Strecke. Die Bremsanlage gestattet eine knackige und gute Dosierung. Mit entspannter Leichtigkeit zieht die Falco ihre Bahn und ist jederzeit bestens kontrollierbar. (mid)APRILIA (2) Die 222 Kilo schwere und 118 PS starke Falco lässt sich nur von einem geübten Fahrer bändigen.