So machen Preisverleihungen Spaß. Kein ewiges Warten bis es losgeht, keine ausufernden Reden - auch in dieser Kategorie bewies der Berliner Verlag, dass er seinem Motto, den "etwas anderen" Neujahrsempfang" zu veranstalten, gestern Abend wieder treu blieb. Erstmals wurde im Tipi der Medien- und Kulturpreis namens "Berliner Zugpferd" verliehen. Er löst den bisherigen Preis, die "Goldene Ente", ab.Benannt ist der Preis nach den "Berliner Zugpferden", den Co-Veranstaltern des Neujahrsempfanges, die sich in Sachen Entertainment in Berlin seit Jahren verdient machen. Das sind Hans-Peter Wodarz vom Erotik-Theater Belle et Fou, Holger Klotzbach, Chef des Tipi und der Bar jeder Vernunft, Guido Herrmann vom Friedrichstadtpalast und Georg Strecker vom Wintergarten-Varieté. "Wir ehren Persönlichkeiten, die sich besonders für die Stadt engagieren", sagte Zugpferd-Sprecher Hans-Peter Wodarz.In diesem Jahr haben sich die vier Fachleute in Sachen Unterhaltung für Klaus Rauscher, den Vorstandsvorsitzenden der Vattenfall Europe AG entschieden. Rauscher steht damit in einer Reihe mit Berlinale-Chef Dieter Kosslick, dem früheren Friedrichstadtpalast-Intendanten Alexander Iljinskij, MoMA-Initiator Peter Raue und Unternehmer Hans Wall. Als Laudator für den Chef des Energieunternehmens agierte IHK-Präsident Eric Schweitzer, der allerdings die von ihm angekündigten zwei Minuten Redezeit etwas überschritt. Der Chef der Industrie- und Handelskammer würdigte die Vielzahl der Vattenfall-Aktivitäten.So veranstaltet der Konzern den Vattenfall Schul-Cup (an dem Sportfest nehmen jährlich Tausende Schüler teil), unterstützt den Kinder- und Jugendzirkus Cabuwazi, ermöglicht jedes Jahr Hunderten Jugendlichen einen preiswerten Opernbesuch und der Musikliebhaber Rauscher selbst ist Schatzmeister des Fördervereins der Staatsoper Unter den Linden. "Durch ihren persönlichen Einsatz unterstreichen Sie die Ambitionen Vattenfalls, jenseits unternehmerischer Tätigkeiten auch ein hohes Maß an sozialer und kultureller Verantwortung zu übernehmen", sagte Schweitzer.Der so ausgezeichnete bedankte sich nicht ohne Humor. "Ich bin im vergangenen Jahr zum Pfeifenraucher des Jahres gewählt worden. Ich habe das Rauchen dann aber kurz darauf auf Wunsch einer Dame aufgegeben", sagte Rauscher.Was aber nicht heißen solle, dass er etwa gedenke, sein Engagement für die deutsche Hauptstadt einzustellen. Im Gegenteil, versicherte er. Lob bekam der Vattenfall-Chef vom ehemaligen Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen. "Ich kenne ihn als durchsetzungsfähigen Manager mit hohem gesellschaftspolitischen Engagement."------------------------------"Ein Manager mit hohem gesellschaftspolitischen Engagement." Eberhard Diepgen über den Preisträger