Brüssel - Der Ausschuss der Regionen ist nicht unbedingt eines der Machtzentren in Brüssel. Aber Parlamentspräsident Martin Schulz wollte die Neuigkeit auf neutralem Boden verkünden. Also wählte der SPD-Politiker in Brüssel ein Gebäude, das auf halbem Weg zwischen Parlament und Kommission liegt, um seine offizielle Kandidatur für das Amt des Kommissionspräsidenten bekanntzugeben. „Ich will das Gesicht und eine starke Stimme für Europas Sozialdemokraten sein“, sagte Schulz am Mittwoch.

Seit 1994 sitzt der 57-jährige im Europaparlament. Er ist ein Grenzlandeuropäer aus der Nähe von Aachen. Das prägt. Er war Bürgermeister seiner Heimatstadt Würselen. Das erdet. Zum Gesicht in Europa aber wurde Schulz am 2. Juli 2003. Im Europaparlament nervte er den italienischen Premier Silvio Berlusconi so lange mit Zwischenrufen, bis dieser ihm bescheinigte, er könne im Film auch jederzeit den Kapo eines Konzentrationslagers übernehmen. Ein Affront. Von Berlusconi beleidigt zu werden, war aber auch eine Art Ritterschlag. Fortan kannte man Schulz.

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