Brüssel - Ein Referendum hätte sie werden sollen, die Parlamentswahl in Luxemburg. Ein Referendum über Jean-Claude Juncker. Vorgezogene Neuwahlen hatte der immerwährende Premier ausgerufen, nachdem man ihm im Abhörskandal um den Geheimdienst SREL persönlich mangelnde Kontrolle vorgehalten hatte. Juncker stellte sich dem Urteil der Wähler, und die haben am Sonntag in Luxemburg entschieden: Es wurde aber nur ein halber Freispruch für den Premier, das wurde um kurz nach Mitternacht klar, als der letzte Wahlkreis ausgezählt war.

Junckers Christdemokraten errang demnach 23 Sitze der 60 Mandate im Luxemburger Parlament, sie stellen damit weiterhin die stärkste Fraktion, müssten aber leichte Verluste hinnehmen und drei Sitze abgeben. Die Sozialdemokraten, die es mit Etienne Schneider in den 18 Jahren von Junckers Amtszeit als Premier erstmals wagten, einen eigenen ernsthaften Spitzenkandidaten aufzustellen und ein Ende der großen Koalition anzudeuten, verloren leicht, konnten aber ihre 13 Sitze verteidigen. Die Überraschung der Luxemburger Wahl ist die Demokratische Partei (DP), die Liberalen legten vier Sitze zu und stellen nun ebenfalls 13 Abgeordnete. "Wir sind überglücklich", sagte ihr Spitzenkandidat Xavier Bettel.

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