Berlin - Kurz vor der Berlin-Wahl an diesem Sonntag kann die AfD deutlich zulegen. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa für die Berliner Zeitung verbesserten sich die Rechtspopulisten um drei Punkte und liegen nunmehr bei 13 Prozent. Die letzte Forsa-Umfrage von Ende August sah die AFD noch bei zehn Prozent. Dies war allerdings vor ihrem Wahlerfolg in Mecklenburg-Vorpommern, wo sie mit 20,8 Prozent die CDU auf den dritten Platz verdrängte.

Die Berliner SPD erreichte in der neuen Umfrage unverändert 24 Prozent. Sie liegt weiter mit deutlichem Abstand von sieben Punkten vorne. Es folgen die CDU und die Grünen mit jeweils 17 Prozent, wobei die Grünen im Vergleich zu Ende August zwei Punkte verloren. Der Wert der CDU veränderte sich nicht. Die Linkspartei gab wie die Grünen um zwei Punkte nach. Sie liegt mit nunmehr 15 Prozent auf dem vierten Platz.

Piraten legen auf drei Prozent zu

Die FDP kommt auf unverändert fünf Prozent und hat weiterhin Chancen, wieder ins Abgeordnetenhaus einzuziehen. Die sonstigen Parteien machen zusammen neun Prozent aus, ein Punkt mehr als im August. Darunter sind mit rund drei Prozent die Piraten, die sich damit im Vergleich zu den letzten Monaten wieder leicht verbessern konnten.

Nach dieser Umfrage hätte die amtierende rot-schwarze Senatskoalition keine Mehrheit mehr. Auch ein Zweierbündnis aus SPD und Grünen wäre rechnerisch nicht möglich. Am wahrscheinlichsten wäre eine Koalition aus SPD, Grünen und Linken. Ein solches Dreierbündnis hätte im Abgeordnetenhaus eine Mehrheit von 56 Prozent.

Forsa befragte vom 5. bis 14. September 1005 Berliner telefonisch, die Umfrage ist damit repräsentativ. Die Fehlertoleranz beträgt wie immer plus/minus drei Prozentpunkte.

Forsa wies ausdrücklich darauf hin, dass die Zahlen nur als aktuelle Stimmung kurz vor der Wahl interpretiert werden sollten und nicht als sichere Stimmen für die jeweilige Partei. Fast die Hälfte der etwa 2,5 Millionen Wahlberechtigen in Berlin sei sich noch nicht völlig sicher, ob und welche Partei sie am kommenden Sonntag wählen wollten. „Insofern können sich die Stimmen am Wahltag durchaus von der aktuell ermittelten Stimmung unterscheiden“, schreibt das Forsa-Institut in seiner Analyse.