Was er von den Asylbewerbern halte? „Die haben es nicht so leicht, die können ruhig hier sein“, sagt der kleine Mann. Schüttere Haare hat er, ein eingefallenes Gesicht und nur wenige Zähne im Mund. Dem äußeren Anschein nach keiner, der auf der Gewinnerseite des Lebens steht. Vielleicht ja einer, der in der Wahlkabine bei den Rechtspopulisten sein Kreuz macht? „Nein. Ich habe die Schwedendemokraten nicht gewählt“, sagt er und klingt verwundert über die Frage. Dann läuft er weiter, die Konstmästaregata entlang. Zwei junge Männer kommen ihm entgegen, offensichtlich aus dem arabischen Raum. Auf der anderen Straßenseite eine Familie aus Afrika.

Es ist Dienstagnachmittag, und in Kopparberg, einem verschlafenen Städtchen tief in der schwedischen Provinz, scheint richtig etwas los zu sein. Bei genauerem Hinsehen erklärt sich der Eindruck. Es sind viele Fußgänger auf der Straße. Die meisten haben ihre Wurzeln erkennbar nicht in Schweden. Knapp 3000 Einwohner hat Kopparberg. 500 davon sind Flüchtlinge. In Europa ist Schweden das Land, das pro Einwohner die meisten Flüchtlinge aufnimmt. Innerhalb Schwedens nimmt die Kommune Ljusnarsberg, zu der Kopparberg gehört, einen der Spitzenplätze ein. Und während die schwedischen Einwohner mit dem Auto durch den Ort fahren, gehen die Flüchtlinge zu Fuß.

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