Die Deutsche Kiasseniotterle Berlin (DKLD) soll einen dritten Direktor bekommen können. Wozu dieser mit 200 000 Mark dotierte Posten gebraucht wird, weiß jedoch niemand so rechtFür den haushaltspolitlschen Sprecher der Fraktion Bündnis 90/ Grüne, Arnold Krause, Ist es schlicht "skandalös". Der FDP-Haushaltsexperte Winfried Hampel bezeichnete den Koalltlonsbeschluß gar als "tollkühnes Husarenstück". Der Grund für die Empörung: Ein zusätzliches Wörtchen Im Lottogesetz, das In der vergangenen Woche durch Beschlüsse In Hauptausschuß und Abgeordnetenhaus geändert wurde.In dem Gesetz heißt es nun, daß die DKLB nicht mehr nur zwei, sondern "mindestens" zwei Direktoren an der Spitze der landeseigenen Geselischaft beschäftigen darf. Damit werde, so Hampel, "klammheimlich die Möglichkeit geschaffen, jederzeit weitere Direktoren durch die Hintertür in die Sessei zu heben."Die offizielle Begründung der Großen Koalition lautet selbstverständlich ganz anders: Ein zusätzlicher Lotto-Direktor werde gebraucht, weil eine Übernahme der Spielbank im Forum Hotel am Alexanderplatz geplant sei. Damit entstünden der Lotto-Gesellschaft neue Aufgaben, für die auch neues Personal gebraucht würde.Daß dafür ein neuer Direktor für 200 000 Mark Jahresgehalt eingestellt werden muß, bestreitet nicht nur die Opposition. Auch bei der DKLB vermag man dies nicht so recht einzusehen: "Der Vorstand ist durchaus in der Lage, auch zusätzliche Aufgaben zu erfüllen", so der Sprecher der Lotto-Gesellschaft, Reinhard Düsberg. Schließlich gebe es viel größere Gesellschaften, die auch Spielbanken in ihrem Besitz hätten und mit zwei Direktoren auskämen. Und das Gehalt eines weiteren Chefs würde letztlich von den Mitteln abgezogen, welche die Lottostiftung für gute Zwecke verteilt.Über Aufgaben und Person eines neuen Lottochefs gibt es bislang nur Gerüchte. Besonders hartnäckig hält sich die Version, daß CDU-Fraktionschef Klaus Landowsky den bisherigen Abtellungsielter der Lotto-Stiftung Hans-Georg Wieck auf den Direktoren-Sessel heben will. Von einer derartigen Konstruktion wollte Landowsky allerdings gestern nichts wissen, und Wieck mochte sie nicht kommentieren.Fest steht so bislang nur, daß die SPD verärgert Ist über die Art und Weise, in der die CDU die Gesetzesänderung durchpeitschte. Und hinter vorgehaltener Hand fragen sich auch Sozialdemokraten, wofür Berlin einen dritten Lotto-Direktor braucht. Man werde einer Neubesetzung nur zustimmen, stellt der SPD-Abgeordnete Jürgen Lüdtke klar, wenn feststehe, wie die Übernahme der Spielbank durch die DKLB organisiert wird. Matthias Lambrecht