Berlin. Trotz eines Rekordauftragseinganges von 120 Millionen Mark will die Autania AG die Berliner Fritz Werner Werkzeugmaschinen AG schließen und die Produktion zur Niles GmbH nach Berlin-Weißensee verlagern. Beide Unternehmen sollen so rasch wie möglich fusionieren.Werner-Betriebsratsvorsitzender Klaus Abel sagte, bei der Konzentration der Produktion auf den Standort Weißensee sollen nur noch etwa 350 der jetzt noch insgesamt 600 Arbeitsplätze beider Firmen übrigbleiben. In Marienfelde werden bisher Bearbeitungszentren, in Weißensee Zahnflanken-Schleifmaschinen hergestellt. Empörung und Unverständnis über dieses Vorhaben seien in der Belegschaft bis ins Management hinein groß, so Abel. Er wollte Proteste der Belegschaft bis hin zum Streik nicht ausschließen.Dietrich Drews, Vize-Betriebsratschef bei der Niles GmbH, sagte, über geplante weitere Entlassungen habe die Geschäftsleitung noch nicht geredet. Bisher sei im Sozialplan von 100 Beschäftigten die Rede gewesen. Derzeit bis einschließlich März werde kurzgearbeitet. Erst 1988 hatte die Fritz Werner AG in Marienfelde die modernste Werkzeugmaschinenfabrik Europas für über 40 Millionen Mark errichtet. Auch öffentliche Gelder flossen in das Projekt. Abel erwartet, daß der Senat sich für den Erhalt der Arbeitsplätze in Marienfelde einsetzt.Nils Seidensticker, Vorstand der Autania AG und der Fritz Werner AG, sagte der Berliner Zeitung, ein mit dem Senat, der Treuhand-Nachfolgerin BVS und den Banken ausgearbeitetes Finanzierungskonzept stehe kurz vor dem Abschluß. Kernpunkt sei die schnellstmögliche Fusion von Werner und Niles noch im Frühjahr. Der vorgesehene Verkauf nicht betriebsnotwendiger Flächen in Weißensee soll zur Sanierung des neuen Unternehmens dienen.Die Fertigung, so Seidensticker, werde "auf jeden Fall" in Weißensee konzentriert. Spätestens 1996 wolle man mit dem fusionierten Unternehmen schwarze Zahlen schreiben. "Grundsätzlich verstehen wir unsere Konzentration als ein klares Bekenntnis zum Standort Berlin", betonte der Autania-Vorstand. Von den derzeit 200 Arbeitsplätzen bei der Fritz Werner AG blieben rund 150 erhalten. Rund 200 Arbeitsplätze müßten aber bei der Niles GmbH abgebaut werden. +++