Frankfurt/Bad Homburg - Der Medizinkonzern Fresenius hat mit der Berufung eines weiteren Mannes in seinen bereits rein männlich besetzten Aufsichtsrat Kritik von Aktionären und Frauenverbänden auf sich gezogen. «Es ist schon sehr ungewöhnlich, dass so ein modernes Unternehmen so männlich dominiert ist», sagte Ursula Matthiessen-Kreuder vom Deutschen Juristinnenbund der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

Dass der ehemalige Allianz-Chef Michael Diekmann am Mittwoch bei der Hauptversammlung in den Aufsichtsrat gewählt worden sei und keine Frau, sei ein weiteres Zeichen für eine «starre Haltung» des Konzerns. Fresenius wehrte sich gegen die Kritik.

Auch Marvin Müller-Blom von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) fragte, ob die Neubesetzung im Aufsichtsrat nicht eine gute Gelegenheit gewesen sei, «diesem Gremium ein wenig weiblichen Charme einzuhauchen». Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) hatte die mangelnde Frauenbeteiligung zuletzt als «Armutszeugnis» bezeichnet. Bei Fresenius besteht sowohl der Vorstand als auch der Aufsichtsrat ausschließlich aus Männern. (dpa)