Das Großmütterchen hätte es beinahe in den noch friedlichen Teil Europas geschafft. Doch nur wenige Hundert Meter entfernt vom Grenzübergang Krakowez blieb das Herz der betagten Ukrainerin stehen. Ihr Herz versagte vielleicht, weil sie die Kraft verlassen hat nach Stunden oder Tagen der Flucht über die verstopften Autobahnen der Ukraine. Oder es war der Mut, das Land, das das ihre ist, vielleicht für immer den Rücken zu kehren. Die Seniorin liegt bleich auf den Parkplätzen einer Raststätte an der Grenze. Jemand muss Pappe unter ihr ausgebreitet haben, bevor sie zusammenbrach. Vielleicht war es ihr Sohn mit der orangefarbener Mütze. Er bearbeitet mit beiden Händen den Brustkorb der Seniorin. Ihre Augen sind geschlossen wie zu einem stummen Gebet.

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