Die USA haben den baltischen Staaten die Lieferung von Waffen aus US-Produktion für die Ukraine genehmigt. Die USA wollen „die genehmigten Transfers von Rüstungsgütern aus den USA durch andere Verbündete beschleunigen“, sagte am Donnerstag ein Vertreter des US-Außenministeriums in Berlin, wo Chefdiplomat Antony Blinken mit seinen europäischen Kollegen über die Ukraine-Krise beriet.

„Die europäischen Verbündeten haben, was sie brauchen, um in den kommenden Tagen und Wochen zusätzliche Sicherheitshilfe für die Ukraine zu leisten“, sagte der Beamte weiter. Wie die Nachrichtenagentur AFP von einer weiteren, mit den Vorgängen vertrauten Quelle erfuhr, erfolgte die Genehmigung auf die dringende Bitte Estlands, Lettlands und Litauens.

Um welchen Umfang und welche Typen von Waffen es sich handelt, wurde zunächst nicht im Detail nicht mitgeteilt. Die baltischen Staaten verfügen unter anderem über tragbare Luftabwehrraketen vom Typ Javelin, die Panzer zerstören können.

Estland erklärte, dass es „Dutzende“ Javelin-Panzerabwehrraketen und einige 122-mm-Haubitzen in die Ukraine schicken will. Die Haubitzen stammen noch aus der DDR, gehörten später der Bundesrepublik und wurden in den 1990er-Jahren nach Finnland verkauft. Finnland und Deutschland müssten einer Lieferung der Geschütze an die Ukraine deshalb zustimmen.

Litauens Verteidigungsminister Arvydas Anusauskas bestätigte auf AFP-Anfrage geplante Waffenlieferungen an die Ukraine. „Wir haben beschlossen, Waffen und andere Hilfsgüter zu schicken, aber ich kann keine Details nennen“, sagte er. Der Schritt ziele darauf ab, Russland von einem möglichen Einmarsch „abzuschrecken“ und zeige Litauens „fortdauernde Unterstützung“ für Kiew.

„Die Geschichte zeigt uns, dass Zugeständnisse an den Aggressor letztendlich in einem großen Krieg enden“, sagte Anusauskas. Jedes Land müsse die Möglichkeit haben, sich selbst zu verteidigen.

Sein lettischer Amtskollege Artis Pabriks hatte bereits am Mittwoch die Absicht seines Landes signalisiert, der Ukraine „sowohl tödliche als auch nicht-tödliche Verteidigungsausrüstung“ zu liefern. „Wir stellen derzeit eine Liste von Gegenständen zusammen, die wir hergeben können, aber sie wird erst veröffentlicht werden, wenn alles in die Ukraine transportiert wurde.“

Auch Großbritannien sagte der Ukraine am Montag seine Unterstützung zu und kündigte eine Lieferung von Panzerabwehrwaffen an.

Russland hat in den vergangenen Wochen an der ukrainischen Grenze Zehntausende Soldaten zusammengezogen. Im Westen wird deshalb ein bevorstehender Angriff Russlands auf das Nachbarland befürchtet. (AFP)