Der chinesische Außenminister hat nach Angaben der staatlichen chinesischen Zeitung China Daily angeboten, zwischen Russland und der Nato vermitteln zu wollen. Laut China Daily erklärte Wang Yi am Samstag sein Land unterstütze die Wiederaufnahme eines „Sicherheitsdialogs“ mit Russland. Man sei sehr besorgt über die Lage in der Ukraine und unterstütze alle Bestrebungen, die Deeskalation und eine politische Lösung begünstigen würden.

Unter Hinweis darauf, dass der Kalte Krieg schon lange vorbei sei, sagte Wang, dass es für die Nato notwendig sei, ihre „Positionierung und Verantwortlichkeiten zu überdenken“. Die auf einer „Konfrontation der Blöcke“ beruhende Mentalität des Kalten Krieges sollte „vollständig“ aufgegeben werden.

Er sagte, China sei sehr besorgt über die Situation in der Ukraine und unterstütze alle Bemühungen, die einer Deeskalation und einer politischen Lösung förderlich seien.

Wenn es um europäische Sicherheitsfragen gehe, sollten legitime Bedenken aller Länder ernst genommen werden, sagte Wang und fügte hinzu, dass Russlands legitime Sicherheitsforderungen angesichts von fünf aufeinanderfolgenden Runden der Nato-Osterweiterung angemessen angegangen werden sollten.

Weiter heißt es bei China Daily, die Äußerungen seien während eines Telefonats Wang Yis mit der deutschen Außenministerin Annalena Baerbock zur aktuellen Kriegssituation gefallen. In dem Gespräch erneuerte Peking seine Ablehnung von einseitigen Sanktionen und sagte, diese würden nicht auf „internationalem Recht“ basieren. Peking lehne es ab, Probleme durch Sanktionen lösen zu wollen. Strafmaßnahmen würden nach Ansicht Pekings lediglich den „Prozess der politischen Regelung“ erschweren.

China hat ein spezielles Interesse an Stabilität: Peking braucht den Weizen aus Russland und der Ukraine, um seine Bevölkerung ernähren zu können (mehr hier)

Auch Israel könnte eine Vermittlerrolle spielen. Wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass am Sonntag unter Berufung auf eine Erklärung aus dem Kreml berichtet, hat Naftali Bennett, der israelische Premierminister, mit dem russischen Präsidenten am Sonntag telefoniert und seine Vermittlungsdienste angeboten. Von israelischer Seite ist das Gespräch bislang offenbar nicht offiziell bestätigt worden.

Das Gespräch sei auf Initiative Israel geführt worden, heißt es. Israel hatte zuvor Kritik an Russland vermieden. In einer offiziellen Äußerung zur russischen Invasion am Donnerstag hatte Bennett es unterlassen, Russland oder Putin namentlich zu erwähnen. Bennett sagte laut Times of Israel: „Die Weltordnung, wie wir sie kennen, verändert sich.“