Die Lockdowns in China im Kampf gegen steigende Corona-Zahlen haben die Börse in Hongkong am Dienstag weiter einbrechen lassen. Der Hang-Seng-Index sackte am Nachmittag (Ortszeit) um mehr als sechs Prozent ab. Vor allem Technologiewerte gaben deutlich nach. In Shanghai schloss die Börse am Dienstag 4,95 Prozent im Minus. Bereits am Vortag hatte es in China deutliche Kursverluste gegeben.

Hintergrund sind die von den chinesischen Behörden wegen steigender Infektionszahlen verhängten Lockdowns - unter anderem in der südchinesischen Metropole Shenzhen, in der auch zahlreiche Technologiefirmen ansässig sind. Hongkong hat unterdessen beschlossen, seine Strände zu schließen, wie die South China Morning Post berichtet. Der Grund: Die Behörden hätten beobachtet, dass sich zu viele Menschen nicht an die Masken-Vorschriften hielten, die Mindestabstände nicht beachteten und dass sich mehrfach als nur die zwei erlaubten Personen getroffen hätten.

Lei Zhenglong, stellvertretender Leiter des Büros für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten der Kommission, sagte am Montag laut der staatlichen chinesischen Zeitung China Daily, dass der jüngste Ausbruch 27 Regionen auf Provinzebene erfasst habe. Bis Sonntag wurden in diesem Monat mehr als 10.000 Infektionen gemeldet.

Die Zero-Covid-Strategie des Landes sei immer noch wirksam gegen die Omikron-Variante, doch die verdeckte und schnelle Übertragung von Omikron bedeute, dass schnellere und strengere Maßnahmen ergriffen werden sollten, sagte er. Zu den am stärksten betroffenen Regionen gehören die Provinzen Jilin und Guangdong sowie Shanghai.

Zudem gibt es bei Investoren Sorge angesichts eines US-Berichts, wonach Moskau Peking um militärische Hilfe für den Angriff auf die Ukraine gebeten habe. Befürchtet wird, dass dies womöglich zu Sanktionen auch gegen chinesische Firmen führen könnte. (mit AFP)