Rüdiger von Fritsch, ehemaliger deutscher Botschafter in Russland, sagte im ARD-Morgenmagazin, dass es in der Moskauer Führung durchaus Kräfte gäbe, die gegen den Krieg in der Ukraine sind. Er nannte die Geheimdienste und das Militär. Insbesondere die Militärführung wisse, was Soldaten tun dürfen und was nicht. Der Krieg gegen die Ukraine gehöre nicht zu den Aufgaben der russischen Armee. Von Fritsch glaubt, dass es dringend nötig sei, dass sich Spitzenkräfte in der russischen Führung zu Wort melden, um den isoliert agierenden Präsidenten Wladimir Putin zu stoppen.

Er wandte sich in der Sendung mit einem Appell direkt an den russischen Botschafter in Deutschland Sergei J. Netschajew: "Sergei Jurjewitsch, wir kennen uns gut, wir haben viel zusammengearbeitet, wir haben uns gemeinsam bemüht. Ich glaube, ich weiß, wo Du stehst. Vor einer Woche hast Du in einem Interview einen Tag vor der russischen Invasion gesagt: Wir planen keine Offensive, wir wollen keinen Krieg. Sergei Jurjewitsch, jetzt ist der Punkt, an dem Du in die Öffentlichkeit gehen und dies öffentlich wiederholen solltest: Dies ist nicht mein Krieg. Dies ist nicht der Krieg der Russen. Wenn Du das tust, wenn das viele Deiner Kollegen weltweit tun würden, wäre das ein ungeheuer starkes Signal. Weil dieser Präsident führt euch ins Verderben. Sergei Jurjewitsch, sorge dafür, dass ich hier (deutet auf sein Revers, auf dem die deutsche und die ukrainische Flagge zu sehen sind) wieder die deutsche und die russische Flagge tragen kann!“