Aus den Delegationen, die sich am vergangenen Donnerstag in Berlin im Normandie-Format – Deutschland, Frankreich, Russland, Ukraine - getroffen hatten, kommen „vorsichtig optimistische Töne“, wie es eine mit den Verhandlungen vertraute Person der Berliner Zeitung sagte. Man habe „nicht neun Stunden lang über das Wetter in Berlin gesprochen, sondern vor allem über die Frage, wie der Dialog nun regelmäßig fortgesetzt werden kann“. Weder Kiew noch Moskau hat ein Interesse an einer militärischen Eskalation – das bestätigen beide Seiten. Auf der Arbeitsebene versuche man nun, die „pragmatischen Fragen“ zu lösen – also etwa die Fragen der Übergangspunkte, von Medikamenten- und Nahrungslieferungen, Wasserfragen oder die Frage des Einsatzes des Rotes Kreuzes. Größter Streitpunkt ist immer noch die Besetzung der „trilateralen Kontaktgruppe“, zu der Russland bisher immer Vertreter der abtrünnigen Donbass-Republiken geschickt habe.

Ein Angebot des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, der Ukraine und Russland eine Plattform zur Verhandlung zu bieten, wird in Kiew begrüßt. In Moskau dagegen will man – vorerst – keine zusätzlichen Gesprächsformate. Im Fall des Waffenstillstands zeigen beide Seiten eine gewisse Zufriedenheit, dass dieser trotz der aufgeheizten internationalen Stimmung immer noch „einigermaßen“ halte. Beide Seiten bestätigen einander eine faire Verhandlungsführung. Wenn auch der eine oder andere Redebeitrag etwas lang geriet, so sagen doch beide, dass die andere Seite „nicht destruktiv“ gewesen sei. Sollte die Lage nicht eskalieren, ist eine Fortsetzung in wenigen Wochen anvisiert.