Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat mit Enttäuschung auf die Absage der Nato reagiert, eine Flugverbotszone über der Ukraine durchzusetzen. Damit habe die Allianz grünes Licht für eine weitere Bombardierung ukrainischer Städte und Dörfer gegeben, sagte Selenskyj in einer Videoansprache am Freitag. Woran haben Sie bei diesem Treffen gedacht? Alle Menschen, die an diesem Tag sterben, werden auch wegen Ihnen sterben, wegen Ihrer Schwäche, wegen Ihrer Uneinigkeit", sagte Selenskyj laut der ukrainischen Nachrichtenagentur Unian. Er wisse nicht, wen die Nato schützen könne, ob sie in der Lage sei, die eigenen Länder zu verteidigen. In der Ukraine werde Blut „für unser gemeinsames Europa, unsere gemeinsame Freiheit, unsere gemeinsame Zukunft“ vergossen. Man könne sich davon nicht einfach mit Lieferungen von Diesel freikaufen.

Der Nato-Generalsekretär hatte am Freitag nach Beratungen der Außenminister der Mitgliedstaaten in Brüssel erklärt, die Alliierten seien sich einig, dass Nato-Flugzeuge nicht im ukrainischen Luftraum operieren sollten. Man habe die Verantwortung, eine Eskalation des Krieges über die Ukraine hinaus zu verhindern.

Ein hoher US-Militärverantwortlicher hatte am Donnerstag laut CNN gesagt, eine Flugverbotszone könnte Nato-Flugzeuge und russische Jets sehr schnell irrtümlich in Kämpfe verwickeln. Die Folgen seien unabsehbar. Die US-Streitkräfte und die russische Armee hatten zuvor einen direkten Kommunikationskanal errichtet, um direkte Zwischenfälle zu vermeiden (mehr hier). (mit dpa)