Amerikanische und britische Spezialkräfte von Nato-Einheiten bereiten sich auf den Kampf der Ukraine gegen Russland vor. Sie folgen einem Appell des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Er hatte die Botschaft verbreitet: „Jeder, der sich der Verteidigung der Ukraine, Europas und der Welt anschließen will, kann kommen und Seite an Seite mit den Ukrainern gegen die russischen Kriegsverbrecher kämpfen.“

Die britische Außenministerin Liz Truss reagierte schnell auf die Nachricht. Sie sagte der BBC, sie unterstütze britische Staatsangehörige, die in die Ukraine gehen könnten, um „für die Demokratie“ zu kämpfen. Der ukrainische Botschafter im Vereinigten Königreich, Vadym Prystaiko, sagte, dass eine „überwältigende“ Zahl ausländischer Staatsangehöriger „darum bittet, für die Ukraine kämpfen zu dürfen“.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Zelenskij hat ausländische Staatsangehörige ebenfalls aufgefordert, sich an „der Verteidigung der Sicherheit in Europa zu beteiligen“. Er hatte kürzlich über seine offiziellen Kanäle mitgeteilt, dass die Ukraine eine „internationale“ Legion von Freiwilligen für Ausländer aufstelle, die sich der ukrainischen Armee im Kampf gegen die russischen Streitkräfte anschließen wollen.

Selenskyj führt laut Unian ab dem 1. März ein visumfreies Regime für Ausländer ein, die der Internationalen Verteidigungslegion der Ukraine beitreten möchten.

So beschloss der Präsident im Zusammenhang mit der bewaffneten Aggression der Russischen Föderation gegen die Ukraine, „ab dem 1. März 2022 vorübergehend für die Dauer des Kriegsrechts bis zur entsprechenden Entscheidung des Präsidenten der Ukraine ein Visum einzuführen. Die Regelung gilt für eine freie Einreise in die Ukraine für Bürger ausländischer Staaten, die sich der Internationalen Verteidigungslegion der Ukraine anschließen möchten, mit Ausnahme von Bürgern eines Staates, der als Angreifer-Staat anerkannt ist".

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba sagte dazu, dass sich Ausländer, die sich der internationalen Einheit anschließen möchten, sich an die diplomatischen Vertretungen der Ukraine in ihren jeweiligen Ländern wenden sollten. „Jetzt haben diese Menschen das Recht und den rechtlichen Rahmen, unter der Befehlskette der ukrainischen Streitkräfte zu kämpfen“, sagte er. „Ihr Zugang zur Ukraine wird so weit wie möglich erleichtert.“ Er sagte dem Bericht zufolge weiter, dass die Schließung der Flughäfen aufgrund der russischen Raketen eine logistische Herausforderung darstelle. Der Landweg sei nun der einzige Weg in die Ukraine. Kuleba: „Aber wir werden Ihnen helfen.“

Investigativ-Journalisten des Nachrichtenportals Buzzfeed haben eine Gruppe von US-amerikanischen, britischen und einem deutschen Spezialisten getroffen, die diesem Aufruf nun gefolgt sind. Sie wurden von der Nato ausgebildet. Jetzt stehen sie dem Bericht zufolge mit der paramilitärischen Georgischen Legion in Kontakt.

Die Georgia National Legion ist eine englischsprachige Truppe von Freiwilligen mit westlicher Militärerfahrung. Sie bilden auch ukrainische Truppen aus. Dass sich nun die ersten ehemaligen Nato-Soldaten gemeldet hätten, um gegen die russische Armee zu kämpfen, sei „sehr gut. Das ist es, worauf wir gewartet haben“, wird ein Mitglied der Georgischen Legion zitiert. Im Februar 2016 wurde die Georgische Legion offiziell in das 25. mechanisierte Infanteriebataillon „Kiewer Rus“ der ukrainischen Streitkräfte integriert. Später zog sich die Legion nach Meinungsverschiedenheiten mit der Brigadeführung.

Nach Recherchen von Buzzfeed sind derzeit Hunderte Söldner aus der Europäischen Union, etwa 40 aus den USA und mindestens 12 aus dem Vereinigten Königreich vor Ort. Dies gehe, heißt es bei Buzzfeed, aus unabhängigen Recherchen von Experten hervor, die solche Kämpfer verfolgen.

Auch die russische Seite setzt militärische Spezialeinheiten in der Ukraine ein. Sie sollen vor allem die kritische Infrastruktur des Landes unter russische Kontrolle bringen und einen „regime change“ durchführen. Laut einem Bericht der Londoner Times sollen aktuell mehr als 400 russische Wagner-Söldner in Kiew im Einsatz sein. Sie sollen den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und seine Regierung ermorden (mehr hier).

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