Donald Trump ist in den USA unter Beschuss geraten, weil er angeblich Putins Militäraktion in der Ukraine gelobt haben soll. Das gesamte Interview in einer US-Radioshow zeigt allerdings, dass das „Lob“ Sarkasmus war – und Trump dem amtierenden US-Präsident Joe Biden vorwirft, zu schwach gewesen zu sein.

Trumps Aussagen zu Putin und der Frage einer Invasion Russlands in der Ukraine im Wortlaut:

(Der TV-Moderator) Chuck Todd sagte dieses Wochenende in seiner Show: „Wie kommt es, dass es während der Zeit, in der die Trump-Administration regiert hat, keine Invasion gegeben hat?“ Die Russen sind unter Obama einmarschiert (2014 Krim und Donbass, Anm. d. Red.) – sie sind massiv einmarschiert. Dann haben sie gewartet und jetzt sind sie wieder einmarschiert.

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Ich habe gestern die Fernsehbilder angesehen und habe zu mir gesagt: „Das ist genial.“ Putin erklärt einen großen Teil der Ukraine – der Ukraine! - Putin erklärt sie für unabhängig. Oh, das ist wunderbar. Und jetzt sagt Putin: „Sie ist unabhängig“, ein großer Teil der Ukraine. Ich sagte: „Wie schlau ist das?“ Und er wird hineingehen und ein Friedenswächter sein. Das ist die stärkste Friedenstruppe … die ich je gesehen habe. Es sind mehr Armeepanzer, als ich je gesehen habe. Er will für Ordnung und Frieden sorgen. Der Typ sehr schlau („savvy“). Ich kenne ihn sehr gut. Sehr, sehr gut.

Das wäre unter unserer Administration nie passiert. Wäre ich im Amt gewesen, wäre das nicht einmal denkbar gewesen. Das wäre nie passiert. Aber hier ist ein Typ, der sagt: „Ich werde einen großen Teil der Ukraine für unabhängig erklären“, er benutzte das Wort „unabhängig“, „und wir werden hingehen und wir werden reingehen und wir werden helfen, den Frieden zu bewahren“. Man muss sagen, das ist ziemlich schlau. Und wissen Sie, was die Antwort von Biden war? Es kam keine Antwort. Sie hatten keine Antwort darauf. Nein, es ist sehr traurig. Sehr traurig.

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Das wäre niemals passiert, wenn wir noch im Amt gewesen wären. Aber er hat es getan. Chuck Todd hat diese Frage gestellt: Wie kommt es, dass während der Trump-Administration nichts davon passiert ist? Ich kannte Putin sehr gut. Ich habe mich super mit ihm verstanden. Er mochte mich. Ich mochte ihn. Ich meine, weißt du, er ist ein harter Brocken, hat viel Charme und viel Stolz. Aber wie er – und er liebt sein Land, weißt du? Er liebt sein Land. Er verhält sich jetzt etwas anders, denke ich.

Ich denke, er sieht diese Chance. Ich wusste, dass er immer die Ukraine wollte. Ich habe früher mit ihm darüber gesprochen. Ich sagte: „Das kannst du nicht tun. Du wirst es nicht tun.“ Aber ich konnte sehen, dass er es wollte. Ich habe ihn mal gefragt. Wir haben lange darüber gesprochen. Ich denke, niemand kennt ihn besser in Bezug auf die Diskussionen, die wir haben oder die wir heute Morgen führen. Ich kannte ihn also sehr gut. Ich lernte ihn kennen.

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Die Leute wissen nicht, dass ich die russische Pipeline (Nord Stream 2, Anm. d. Red.) gestoppt habe. Sie war tot. Biden kam ins Amt und ließ sie sofort weitermachen, und das ist einer der Gründe – das Geld ist so enorm! Ich meine, das war unglaublich. Das Größte, was die Russen je getan haben, eine russische Pipeline, mehr Geld, Milliarden und Abermilliarden von Dollar pro Tag, Milliarden von Dollar pro Woche. Ich habe sie gestoppt, sie vollständig gestoppt.

Putin sagte sogar: „Du bringst mir die Pipeline um.“ („You’re killing me on the pipeline.“) Ich sagte: „Tut mir leid, ich habe keine Wahl. Die Pipeline ist falsch." In Ordnung. Er stimmt zu. Aber dann sagen sie: „Oh, Trump war nett zu Russland!“ Ich war nicht nett zu Russland. Und übrigens, ich will trotzdem miteinander auskommen. Ich denke, dass es eine großartige Sache ist, mit Russland auszukommen. Wir hätten Unglaubliches leisten können.