Die Türkei hat nach ukrainischen Angaben weitere ihrer Kampfdrohnen in das von Russland angegriffene Land geliefert. „In der Ukraine ist eine neue Partie Bayraktar TB2 eingetroffen“, schrieb das ukrainische Verteidigungsministerium am Mittwoch auf Twitter. „Sie sind bereits jetzt für den Kampfeinsatz bereit.“ Es fügte hinzu: „Die Bayraktar TB2 sind wie Erdhörnchen. Ihr seht es nicht, doch es ist da!“

In Richtung Türkei hieß es: „Sind unseren Partnern unendlich dankbar!“ Die genaue Anzahl der gelieferten Drohnen war vorerst nicht klar. Laut der regierungsnahen türkischen Zeitung Sabah wurden 20 Bayraktar TB2-Drohnen seitens der Ukraine bestellt. Am Donnerstag stellte der stellvertretende türkische Außenminister Yavuz Selim Kiran Daily Sabah zufolge klar, dass es sich nicht um „Hilfe“ für die Ukraine handele. Es seien lediglich „Produkte, die die Ukraine von einem türkischen Unternehmen gekauft habe“.

Zudem sei die Ukraine nicht der einzige Staat, der den Drohnentyp kaufe. „Jeder steht Schlange, um die Drohnen zu bekommen“, sagte Kiran. Der Politiker betonte überdies die neutrale Haltung seines Landes: „Es ist nicht unsere Aufgabe, diese Diskussionen zu bewerten.“

Bereits in der Vergangenheit war die Ukraine Abnehmer der türkischen Kampfdrohnen und hatte bis zu Beginn des Krieges zwölf Stück erhalten – zum Ärger Russlands. Kiew und Ankara hatten sich außerdem darauf geeinigt, die Kampfdrohnen künftig auch in der Ukraine zu produzieren. Russland hat seit Beginn des Angriffs mehrmals vermeldet, auch ukrainische Kampfdrohnen abgeschossen zu haben. Die Ukraine macht keine Angaben über eigene Verluste. Das Nato-Mitglied Türkei unterhält sowohl enge Beziehungen zur Ukraine als auch zu Russland und hat im Zuge des Krieges nun wiederholt betont, keinen der beiden Partner aufgeben zu wollen. (mit dpa)