Die russische Streitkräfte haben Charkiw, die zweitgrößte Stadt der Ukraine, bombardiert. Der Angriff kam zu einem Zeitpunkt, da die ersten direkten Gespräche zwischen ukrainischen und russischen Beamten seit Kriegsbeginn begonnen hatten. Am Morgen des Dienstag feuerte das russische Militär Raketen auf das Gebäude der Regionalverwaltung von Charkiw ab.

Einwohner der Stadt sagten laut den ukrainischen Agenturen Unian und Ukrinform, sie seien am Montag unter intensivem Artillerie- und Raketenbeschuss von russischen Stellungen geraten. In den sozialen Medien geteiltes Videomaterial zeigte, wie Hochhäuser in Charkiw von schwerem Beschuss getroffen wurden, der den Himmel mit dunklen Rauchschwaden verhüllte. Der Leiter der Kharkiv-Zelle des Nationalkorps, Konstantin Nemichev, zeigte auf Telegram ein Video über die Folgen eines Raketenangriffs auf das Gebäude der Regionalen Staatsverwaltung und den Platz. Die Authentizität des Materials lässt sich von unabhängiger Seite nicht überprüfen. Der Telegram-Kanal „Ukraine Now“ zeigt ein Video mit dem Gebäude und einer plötzlichen Explosion vor dem Gebäude, allerdings nur über einen gefilmten TV-Schirm, weshalb aus diesem Video keine Rückschlüsse auf die Echtheit gezogen werden können.

Der Svoboda-Platz in Charkiw, einer der größten Plätze Europas, geriet unter Beschuss. Videomaterial zeigt, dass das Freiwilligenzelt vor der regionalen staatlichen Verwaltung beschädigt wurde.  Oleg Sinigubow, der Leiter der regionalen staatlichen Verwaltung von Charkiw, berichtete, dass nachts in der Region in alle Richtungen chaotischer Beschuss erfolgte, aus Lipezk, Belgorod, Chuguev und anderen Richtungen. Sinigubow sagte laut Unian: „Nach vorläufigen Informationen gibt es einen Treffer im Gebäude der Regionalverwaltung von Charkiw, im Opernhaus, in der Philharmonie und in einem Teil des Wohngebiets.“