Die Ukraine hat am 1. Februar zum ersten Mal mit dem physischen Import von Erdgas aus Ungarn begonnen. Das gab Chef des ukrainischen Gasnetzbetreibers TSOU, Sergiy Makogon, bekannt.  Nach seinen Angaben konnte früher das Gas nur aus der Ukraine nach Ungarn gepumpt werden. „Dank den durchgeführten technischen Maßnahmen wurde die Möglichkeit geschaffen, das Erdgas in beide Richtungen zu befördern“, teilte Makogon laut der staatlichen ukrainischen Nachrichtenagentur Ukrinform mit. Dies sei nach der Slowakei eine zweite Route, mit der die Gaslieferungen in die Ukraine  für den Fall der Transiteinstellung durch Russland sichergestellt werden könne.

Nach einem bis 30. September 2022 geltenden Vertrag von TSOU mit dem ungarischen Netzbetreiber FGSZ können in die Ukraine bis 8 Millionen Kubikmeter Gas täglich (2,9 Milliarden Kubikmeter jährlich) geliefert werden. Aus der Slowakei kann die Ukraine 27 Millionen Kubikmeter täglich beziehen.

Die Route kann auch verwendet werden, um Flüssiggas von einem Terminal in Kroatien in die Ukraine zu liefern. Kroatien hat in seinem Hafen Krk im Sommer 2021 erstmals Flüssiggas aus Katar bezogen.