Die USA führen Gespräche mit Katar und anderen großen Gasexporteuren, um Notfallmaßnahmen zu planen, falls eine russische Invasion in der Ukraine die Lieferungen nach Europa unterbricht. Das berichtet die Financial Times (FT) am Samstag. Die Gespräche mit Katar und den EU-Mitgliedstaaten, die sich auf die Sicherung zusätzlicher Lieferungen von Flüssiggas (LNG) auf dem Seeweg konzentrieren sollen, hätten demnach an Dringlichkeit gewonnen, nachdem die Lage um die Eskalation in der Ukraine weiterhin unübersichtlich ist. Die Situation habe die Besorgnis verstärkt, dass Konflikte die Gasversorgung in einer Zeit beeinträchtigen könnten, in der die Gaspreise ohnehin bereits auf Rekord-Niveau liegen. US-Beamte warnten jedoch davor, dass es eine schnelle Lösung geben könnte, um das potenzielle Defizit zu beheben.

Vielmehr bemühe man sich, bereits geplante Lieferungen nach Asien gegebenenfalls nach Europa umzuleiten, so die FT.

Die Bemühungen der Amerikaner dürften in Zusammenhang stehen mit einer möglichen Beeinträchtigung russischer Erdgaslieferungen nach Europa etwa in Folge von neuen Sanktionen. Auch die Pipeline Nord Stream 2 spielt hier eine Rolle: Die US-Regierung will die Pipeline stoppen, wenn Russland in der Ukraine eine Invasion durchführt.  Moskau hat derartige angebliche Pläne bisher immer scharf zurückgewiesen. Laut FT haben Großbritannien, die EU und Katar in Doha Gespräche über langfristige Lieferverträge begonnen. 

Ein Energie-Experte sagte der FT, Europa werde sich im Fall der Kappung von russischen Importen auf signifikant höhere Preise einstellen müssen, da Erdgas dann zu Marktpreisen etwa auf den asiatischen Märkten eingekauft werden müsste.