Der Hund ist der beste Freund des Menschen - außer der ist Postbote. Aber vielleicht ist es schon bald ein Mythos, dass Hunde bevorzugt Briefträger und Paketzusteller beißen. In Berlin jedenfalls haben die Postboten immer weniger Probleme mit den Vierbeinern.2005 wurden lediglich 19 Briefzusteller und drei Paketboten von Hunden angegriffen. "Die Zahl ist insgesamt rückläufig", sagt Post-Sprecherin Sylvia Blesing. Vor zehn Jahren gab es noch 49 Bisse im Jahr. Die meisten Zusteller würden in den Arm gebissen, beispielsweise wenn sie über den Zaun greifen, um die Tür zu öffnen.Der wichtigste Grund für diesen Rückgang: Der richtige Umgang mit Hunden ist inzwischen Teil der Ausbildung von Austrägern. Auch in den wöchentlichen Geschäftsbesprechungen werden die Postboten darauf hingewiesen, wie man sich Hunden gegenüber richtig verhält. Zudem stellt die Post ihren Mitarbeitern ein Hundeabwehr-Spray auf Cayennepfeffer-Basis zur Verfügung.Nun könnte man sagen, die Hund-beißt-Mann-am-Zaun-Problematik komme in Großstädten wie Berlin naturgemäß nicht so häufig vor wie auf dem Land. Doch auch dort ist die Zahl der Hundeattacken rückläufig.In Sachsen beispielsweise wurden im vergangenen Jahr 150 Hundebisse gemeldet, vor fünf Jahren waren es noch doppelt so viele. Dort führt man den Rückgang auf spezielle Hundeseminare zurück, bei denen die Zusteller ihr Wissen über Hunde-Psychologie und die Verhaltensweisen des Vierbeiners bei Hundetrainern erweitern können. Dort lernen sie auch, dass Weglaufen vor knurrenden Hunden genau die falsche Reaktion ist, denn vier Beine sind schneller als zwei Beine. Außerdem werden die Besitzer schwieriger Hunde aufgefordert, das Tier unter Verschluss zu halten, wenn der Zusteller kommt.Auch bundesweit geht die Zahl der gebissenen Postboten seit 2001 zurück. Damals wurden jährlich knapp 3 000 von Hunden verletzt, inzwischen sind es 1 000 weniger. Auch die Schweizer Neue Zürcher Zeitung vermeldet, Hunde seien nicht mehr so scharf auf "Pöstler".Vielleicht liegt es daran, dass inzwischen etliche Postboten lieber auf Bestechung als auf Konfrontation setzen. Sie haben immer ein Leckerli für die Vierbeiner dabei. Kleine Geschenke erhalten eben die Freundschaft.