Die Zahlen alarmieren: Kinder in westlichen Ländern verbringen heute laut einer Studie des Marktforschungsinstituts Nielson 32 Stunden in der Woche vor dem Bildschirm. Neben dem Fernsehen drängt sich der PC ins Leben des Nachwuchses. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse warnt: Schon vierzig Prozent der Grundschüler sitzen mindestens eine halbe Stunde täglich vor dem Computer -Tendenz steigend. Die Warnung ist berechtigt, denn im Kindesalter finden wichtige Entwicklungsschritte im Muskel-, Skelett- und Nervensystem des Menschen statt. Die unmittelbare körperliche Erfahrung und Bewegung des Kindes stimuliert diese Prozesse.Mit den Kindern tollenEin Bewegungsdefizit in jungen Jahren hat weitreichende Folgen: Kindliche Stubenhocker neigen zu Übergewicht und leiden oftmals auch unter schwer zu korrigierenden motorischen Störungen. Haltungsschäden sowie Konzentrations- und Koordinationsschwächen werden ebenso mit Bewegungsmangel in Zusammenhang gebracht wie die Neigung zu Diabetes.Im Sommer ist es noch einfach, die Kinder zu mehr Bewegung zu motivieren. Doch auch im Winter und bei schlechtem Wetter können Eltern ihre Kinder zum Herumtollen bringen. Die effektivste Regel: Ein fernsehfreies Kinderzimmer -und den Nachwuchs gleichzeitig so oft draußen spielen lassen wie möglich. Statt PC-Verbot hilft eine Zeitfenster-Software, die verhindert, dass Kids zu lange im Internet surfen. Die zweite Taktik lautet: Begeistern Sie den Nachwuchs früh für Bewegung. Kleinkinder lieben die Klettergeräte auf Spielplätzen ebenso wie Planschspiele im Schwimmbad -und jeder Ball regt zum Krabbeln und Laufen an. Werden die Kinder älter, müssen auch die Eltern mehr Erfindungsreichtum und Zeit investieren.Zuvorderst gilt es, Freiräume für das Bewegen zu schaffen. Doch auch schon ein wenig Aufmerksamkeit für das kindliche Tun kann anspornen. Denn Kinder sind sehr ehrgeizig und stolz auf ihr Können. Das lässt sich bei vielen Gelegenheiten im Alltag nutzen. Fragen Sie ihr Kind doch einfach einmal, wie schnell es bis zur nächsten Laterne vorlaufen kann. Es wird sicher sofort nach vorne preschen. Ein Geheimtipp ist nicht zuletzt das gemeinsame Fitness-programm. Auch der größte Stubenhocker sieht die Eltern gern schwitzen.Nutzen Sie die Musikbegeisterung Ihres Nachwuchses. Kinder hüpfen liebend gern zu Volksliedern, Schlagern oder Popsongs umher. Hauptsache, die Melodien sind eingängig. Üben Sie hierzu einfache Choreografien ein. Proben Sie zur Musik passende Bewegungsmuster, wie Rückwärtslaufen, Arme in die Höhe strecken oder hinter dem Rücken in die Hände klatschen. Wecken Sie den Ehrgeiz der Kleinen mit der Ankündigung einer Aufführung vor der Oma oder im größeren Familienkreis. Sie können auch Zirkusvorstellungen anregen, die leichte akrobatische Übungen oder Jongleur-Einlagen beinhalten. In der Regel entwickeln die Kinder gern ein bewegungsreiches Konzept, um nach vielen Proben ihr Publikum zu begeistern.------------------------------Foto: Kinder sollten aktiv sein, ansonsten drohen Übergewicht und motorische Störungen.

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