Die Snowden-Unterstützerin Sarah Harrison hält sich seit dem Wochenende in Deutschland auf. Das geht aus einer Botschaft der Wikileaks-Aktivistin hervor, die sie auf der Website der Enthüllungsplattform veröffentlichte. In dem Text wirbt Harrison für Transparenz und verurteilt staatliche Überwachung. "Edward Snowden hat sich dem Kampf gegen staatliche Überwachung und für mehr Transparenz der Regierungen angeschlossen", schreibt die 31-Jährige. Dies sei ein Kampf, den Wikileaks und viele andere seit Jahren führen "und den wir fortsetzen werden."

In Zeiten der Geheimhaltung und des Machtmissbrauchs gebe es nur eine Lösung: Transparenz. Die junge Journalistin fordert dazu auf, für Whistleblower zu kämpfen, die diese Transparenz dort selbst ergriffen, wo Regierungen sie nicht gewährleisteten. "Wenn sie geknebelt werden, dann müssen wir ihre Stimme sein. Wenn sie gejagt werden, dann müssen wir ihr Schutzschild sein. Wenn sie eingesperrt werden, dann müssen wir sie befreien. Es ist kein Verbrechen, uns die Wahrheit zu sagen", schreibt Harrison wörtlich in dem Manifest.

Drohende Verhaftung in Großbritannien

Die Britin hatte Edward Snowden nach Bekanntwerden der brisanten NSA-Enthüllungen auf der Flucht von Hongkong nach Moskau begleitet. Gemeinsam mit Snowden hielt sie sich wochenlang im Transitbereich des Moskauer Flughafens auf und unterstützte ihn auch im Anschluss, als der Whistleblower von Russland aus versuchte, in über 20 Ländern Asyl zu bekommen. Auch war Harrison bei Snowdens Treffen mit Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele dabei.

Nun hat sich Sarah Harrison entschieden, Moskau zu verlassen. "Snowden befindet sich in Russland momentan in Sicherheit", schreibt sie auf der Wikileaks-Homepage. Die Journalistin sieht ihre Aufgabe vor Ort wohl vorerst als beendet an. Dass sie nach Berlin reist, anstatt in ihre Heimat Großbritannien zurückzukehren, begründet Harrison mit einer möglicherweise drohenden Verhaftung wegen Terrorismus dort. Ihre Anwälte hätten ihr gesagt, "dass es für mich nicht sicher ist, in meine Heimat Großbritannien zurückzukehren". David Miranda, der Lebensgefährte von NSA-Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald, war im August neun Stunden am Londoner Flughafen festgehalten und verhört worden.

Wie lange Harrison nun in Berlin bleiben will, lässt sie in ihrem Schreiben offen. Es ermutige sie jedoch, was sie in den wenigen Tagen seit ihrer Ankunft in Deutschland erlebt habe. Ihre Worte spielen wohl auf die Demonstrationskultur in der Hauptstadt an: "Die Menschen versammeln sich und fordern ihre Regierung dazu auf, endlich das zu tun, was getan werden muss."