Wie das Arbeitslosengeld berechnet wird: Fiktives Gehalt als Maßstab für die Zahlung

Wie hoch das Arbeitslosengeld ausfällt, hängt normalerweise davon ab, wie viel der Arbeitslose davor verdient hat. Der "beitragspflichtige Verdienst" ist der Maßstab. Selbstständige, Arbeitnehmer mit Auslandsjob und Pflegepersonen, die freiwillig in der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung sind, haben allerdings keine beitragspflichtigen Löhne, an denen man das Arbeitslosengeld berechnen kann. Daher wird ihr Arbeitslosengeld 1 in der Regel "fiktiv" bemessen.Das heißt: Bemessungsgrundlage ist das, was der Versicherte verdienen könnte, wenn die Arbeitsagentur ihn in eine abhängige Beschäftigung vermitteln würde. Die Ämter unterscheiden dabei zwischen vier Qualifikations- und Entgeltstufen: "Hoch- und Fachhochschulausbildung", "Fachschul- oder vergleichbare Ausbildung", "abgeschlossene Ausbildung in einem Ausbildungsberuf" und "ohne Ausbildung".Die Zuordnung zu einer dieser Stufen erfolgt nach den Qualifikationen, die der Arbeitslose auf dem Arbeitsmarkt anbieten könnte. Ein Hochschulabsolvent, der jahrelang Taxifahrer war, wird trotz des Diploms demnach eher nicht in eine höhere Qualifikationsstufe eingeordnet. Umgekehrt wird ein Programmierer, der keine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen kann, sich aber durch lebenslanges Lernen und zahlreiche Jobs qualifiziert hat, nicht als Ungelernter eingestuft werden.Bei niedrig qualifizierten Arbeitslosen wird ein tägliches Arbeitsentgelt in Höhe von einem Sechshundertstel der Bezugsgröße zugrunde gelegt. Diese wird jährlich neu berechnet und liegt 2006 im alten Bundesgebiet bei 29 400 Euro, in den neuen Ländern bei 24 780 Euro. Ein Sechshundertstel davon sind 49 Euro beziehungsweise 41,30 Euro pro Tag. Bei Arbeitslosen mit Hochschulausbildung wird genau doppelt so viel zugrunde gelegt. (jes.)Einen Arbeitslosengeld- Rechner für freiwillig Versicherte gibt es unter den Menüpunkt "Finanzrechner" und "Vermögen" auf: www.ihre-vorsorge.de