Am Ende jeder Sendung bedankt sich ProSieben bei der Interessengemeinschaft Zösenberg und allen Anwohnern des Zösentals. Zösenberg und Zösental befinden sich in Südtirol, auf halbem Weg zwischen Zösental und Zösenberg steht der 600 Jahre alte Oberhof, den ProSieben der Einfachheit halber "Die Alm" nennt. In dem alten Oberhof respektive auf der ProSieben-Alm sind seit Sonnabend neun Menschen wohnhaft, die in gewissen Kreisen irgendwann mal eine gewisse Bekanntheit erreicht hatten und nun verzweifelt gegen ihr Vergessen ankämpfen. So etwas macht sich am besten im Fernsehen, hier kennen sich die Almbewohner auch am besten aus.Womit sich die neun nicht so gut auskennen, ist das Leben auf der Alm. Ohne Wasserhahn, Steckdose und "Germany's Next Topmodel". Nur Gina-Lisa, das war die Zack-die-Bohne-Kandidatin, hat schon konkrete Vorstellungen, was sie erwartet - und was von ihr erwartet wird. "Ich tu da die Kacke wegmachen", verspricht sie furchtlos, und noch furchtloser berichtet sie am ersten Almabend vom verschwenderischen Botox-Einsatz und dem auch nicht eben zaghaften Tuning ihres Dekolletés. Natürlich sagt Gina-Lisa das nicht so, sie sagt Titten-OP, für ihr nächstes Piercing weiter unten kennt sie auch einen Fachbegriff. Danach tut der Gina-Lisa alles ganz doll leid, also nicht das Botox und der Busen, sondern weil jetzt bestimmt die Bild-Zeitung darüber berichten wird. Auweia.Vor sieben Jahren hat ProSieben schon einmal auf die Hütte zwischen Zösenberg und Zösental gebeten. Die Show war ganz schrecklich, die Quoten waren ganz gut, und weil diese Konstellation einem Privatsender immer lieber ist als umgekehrt, hat der Sender am Wochenende mit dem erneuten Almauftrieb begonnen. In den nächsten zwei Wochen schaut ProSieben nun interessiert zu, wie sich die neun da oben verbal und anderweitig schlagen und vor allem, welche Quoten unten ankommen. Zum Auftakt waren es gerade einmal 1,68 Millionen Zuschauer, in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen holte ProSieben 13,7 Prozent Marktanteil, am Sonntag waren es sogar schon 16,5 Prozent.Das ist natürlich nicht nichts, aber kaum vergleichbar mit der RTL-Dschungelshow, von der ProSieben ungeniert klaut. Die tägliche Dschungelprüfung heißt hier Muh-Probe, statt Sonja Zietlow und Dirk Bach moderieren Janine Kunze und Daniel Arminati, und wer weder Kunze noch Arminati kennt, weiß jetzt, dass er nichts falsch gemacht hat. Das trifft auch auf die Almkandidaten zu. Es gibt einen ehemaligen Castingshowmoderator, einen ehemaligen Castingshowjuror, gleich drei ehemalige Castingshowkandidaten und weitere Ehemalige aus den Niederungen von Funk und Fernsehen sowie mit Werner Lorant einen ehemaligen Trainer aus den Niederungen des Fußballs.Über sie kann man denken, was man will, aber eine hat schon etwas erreicht. "Gina-Lisa beichtet Silikon, Botox und Piercing", berichtete die Bild-Zeitung am Montag und fügte medienkritisch hinzu: "Damit Bild mal wieder über sie berichtet". Darum geht es hier schließlich.------------------------------Foto: Die ehemalige Top-Model-Kandidatin Tessa (M.) unter Schafen