Am 14. Juni kommt der Film "Wie Feuer und Flamme" in die Kinos. Es geht darin um die Liebe zwischen einem Ost-Berliner Punk und einem West-Berliner Mädchen Anfang der achtziger Jahre in Berlin. Zwischen den beiden liegt die Mauer, die Familie, die Clique, die Stasi und nicht zuletzt ein Super-8-Film . In einem Interview sprachen die beiden Hauptdarsteller Anna Bertheau und Antonio Wannek über ihre Arbeit.Im Film "Wie Feuer und Flamme" spielt Punk eine wichtige Rolle - was ist Punk für euch?Antonio: Es ist eine Lebenseinstellung. Die Haltung "wir lassen uns nicht unterkriegen und kämpfen gegen das, was uns nicht gefällt". Das finde ich klasse.Als West-Berliner einen DDR-Punker darzustellen - wie geht das?Antonio: Eigentlich war es die Wandlung vom West-Proll zum Ost-Punk. Ich habe versucht, den Revoluzzer in mir nach außen zu kehren. Das hat mir gut getan. Allein schon die Metamorphose, wenn man das Punkkostüm anzieht. Ich habe viel von der Figur in mein Leben übernommen. Mir ist jetzt vieles egal. Ich könnte auch mit einem Blümchenkleid auf die Straßen gehen.Ihr seid in Punkerkluft rumgelaufen?Antonio: Ja, wir haben uns mit echten Punks getroffen und sind durch die Kneipen gezogen. Das hat richtig Spaß gemacht. Wir waren am Ende total besoffen und wurden schließlich auch von Zivilpolizisten gefilzt.Im Film sagt die West-Berlinerin Nele, dass sie die Mauer nie wahrgenommen hat - wie war das für euch?Antonio: Das ist interessant, ich habe die Mauer auch nie gesehen. Als ich in Kreuzberg aufgewachsen bin, hat die Mauer für mich nicht existiert. Die Leute und was dort passiert ist, der ganze Osten an sich, den gab es einfach nicht.Anna: Bei mir war das ähnlich. Aber als Kind bekommt man das nicht so mit. Da kannte ich meine Straße und Kreuzberg und das war s.Man könnte eurem Film zum Vorwurf machen, dass darin die DDR nur negativ dargestellt wird.Antonio: Die DDR wird so dargestellt, wie sie aus der Perspektive der Liebesgeschichte erscheint.Anna: Außerdem ist "Wie Feuer und Flamme" ein Spielfilm, eine Fiktion und kein Dokumentarfilm über die DDR.Gibt es die denn, die große Liebe auf den ersten Blick wie bei Nele und Captain?Antonio: Ja. Ich weiß, wie es ist, wenn man sich wirklich auf den ersten Blick verliebt. Die Frau kommt in den Raum und du siehst nur noch sie und nichts Anderes mehr. Unglaublich aber wahr.Anna: Bei mir war s schon öfters so, aber nur die ersten fünf Minuten.Antonio: Aber das ist dann verlieben. Es gibt verlieben und es gibt auch diese wahre Liebe. Die Frau, die ich getroffen habe, von der habe ich schon geträumt als ich 12 Jahre alt war. Sie war schon immer in meinem Kopf. Genauso habe ich sie gesehen und dann wusste ich: das ist die Frau, die ich haben werde. Wir sind jetzt drei Jahre zusammen.Wie ist es für eure Freunde, euch auf der Leinwand zu sehen?Anna: Meine richtigen Freunde sind stolz. Manchmal ist es für sie aber auch etwas komisch. Die kennen mich als Anna und sehen auf einmal ganz neue Seiten.Antonio: Meine Freunde realisieren das, glaube ich, gar nicht so wirklich. Für die bin ich Antonio, mit den ganzen Macken, die ich schon immer hatte.Das Gespräch führte Laura Weißmüller.Besetzung // "Wie Feuer und Flamme" ist ein Film von Connie Walther (Regie) nach einem Drehbuch von Natja Brunckhorst. Kinostart: 14. Juni Es spielen: Anna Bertheau, Antonio Wannek, Tim Sander, Aaron Hildebrandt, Michael Krabbe u. a.X Verleih AG Trotz aller Widerstände vereint: Nele (Anna Bertheau) und Captain (Antonio Wannek).