Wikileaks-Gründer Julian Assange hielt es im November 2010 für eine Zeitenwende. Die Geopolitik werde künftig in die Epoche vor der Veröffentlichung geheimen US-Materials und die Epoche danach eingeteilt. Und in der Tat erregten die Videobilder großes Aufsehen, die den Beschuss von Zivilisten durch einen US-Militärhubschrauber im Irak zeigen. Dokumente enthüllten, dass in über 300 Fällen Kriegsgefangene gefoltert worden waren. Und Depeschen aus US-Botschaften weltweit offenbarten, dass die Diplomaten bisweilen recht scharf mit ihren Gastländern ins Gericht gingen. Keine Frage, all das hat dem Ansehen der USA erheblich geschadet – eine Zeitenwende war es dennoch nicht. Die Folter hatte der neue US-Präsident Barack Obama schon lange vorher bei seinem Amtsantritt 2009 verboten, während er den geheimen Krieg gegen die Terroristen mit Drohnen und gezielten Tötungen bis heute brutaler denn je führen lässt.

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