Die Schilder mit dem neuen Namen Torstraße werden am 25. Juli in der Wdhelm-Pieck-Straße in Mitte angebracht. Die Umbenennung wurde jetzt im Berliner Amtsblatt veröffentlicht. Da ",sofortige Vollziehung" angeordnet ist, gilt der Name ab kommenden Montag.Die neuen Straßenschilder liegen bereits im Tiefbauamt Mitte. Sie sollen am kommenden Montag unter den aten Schildern mit der Bezeichnung Wilhelm-Pieck-Straße montiert werden. Beide Schilder werden sechs Monate gemeinsam hängen bleiben, wobei Piecks Name rot durchgestrichen ist. Die Hausnumerierungen bleiben erhalten.Dies wurde auch den Anwohnern und Geschäftsleuten in der Wilhelm-Pieck-Straße von Baustadträtln Dorothee Dubrau (Bündnis Mitte) per Brief mitgeteilt. Darin hieß es, daß "im Abwägungsverfahren das Bezirksamt den Beschluß zur Umbenennung aufrechterhait, da sich die Minderheit der Anwohner gegen eine Umbenennung ausgesprochen hat". Dies wird allerdings von Rofand Dästner, der sein Reisebüro in der Wilhelm-Pieck-Straße hat, bezweifelt. "Wenn wir so weitermachen, wird man in Deutschland nie lernen, mit der Geschichte differenziert umzugehen."Händler beklagen Kosten Wie berichtet, hatten im Dezembez 1993 die Bezirksverordneten den Namenswechsel beschlossen. Bei einer Anwohnerbefragung durch das Bezirksamt im April und Mai sprachen sich 170 Bürger gegen die Umbenennung aus und sechs legten Widerspruch ein. 26 Leute stimmten für die Torstraße. Außerdem hatten im Juni Anwohner insgesamt 183 Unterschriften gegen die (imbenennung gesammelt.Während die neuen Straßenschilder rund 10 000 Mark gekostet haben, kommen auf viele Gewerbetreibende höhere Kosten zu. Optiker Frank Hübner: "Für flechnungsbogen, Sehtest-Formulare, Stempel, Brilienpässe und vieles mehr muß ich 25 161 Mark ausgeben. Das kann mich vwlleicht meine Existenz kosten." Ei bezweifelt, daß die Bevölkerung wirklich ein Mitbestimmungsrecht hatte. "Die Umbenennung hätte mit der Einführung der neuen Postleitzahlen erfolgen sollen. Ich werde jedenfalls Widerspruch einlegen."Bezirk weigert sichWann In Mitte der Marx-Engels-Platz in Schloßplatz umbenannt wird, wie von einer unabhängigen Kommission beim Verkehrssenator vorgeschlagen wurde, steht noch nicht fest. "Wir werden in dieser Woche den Bezirk fragen, ob er die Umbenennung selbst vornimmt", sagt Christian Lotze von der Verkehrsverwaltung. Wenn nicht, könne der Senat im Spätsommer den neuen Namen beschließen. Der Bezirk allerdings sieht außer der Wllheim-Pieck-Straße keinen Handlungsbedarf zu weiteren Umbenennungen. "Für den Marx-Engels-Platz macht das jetzt auch keinen Sinn", sagt Bürgermeister Gerhard Keil (SPD). Werde der Wettbewerbsentwurf realisiert, dann gebe es diesen Platz nicht mehr. Außerdem habe sich der historische Schloßplatz an anderer Stelle befunden, der später so benannt werden könnte. Uwe Aulich