PRENZLAUER BERGIm Frühjahr 1995 soll der Startschuß für die Umgestaltung der Prenzlauer Allee 242 -247 fallen: Auf dem Gelände der Bötzow-Brauerei sind neue Läden, Büros, Cafés, eine Kita und etwa 50 Wohnungen geplant."Elemente der Vergangenheit in die Zukunft schreiben" nennt Gernot Nalbach die Idee des Entwurfs, mit dem er und seine Frau Johanne Nalbach den lnvestorenwettbewerb für die Umgestaltung des 23 000 Quadratmeter großen Areals der Bötzow-Brauerei gewonnen haben: Die instorischen Gebäude werden mit neuen Wohn- und Gewerbebauten zu einem städtebaulich ansprechenden Ensemble zusammengefügt.Auf dem Windmuhlenberg sollen sich zwischen der Saarbrucker, Straßburger, Metzer Straße und Prenzlauer Allee wieder vier Windräder drehen. Noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren in der Umgebung des Barnim-Ausläufers acht Mühlenbetriebe tätig. Die vier Generatoren sind weniger ein dekoratives Element. Sie sollen den Strom für die Außen-, Treppenhaus- und Tiefgaragen-Beleuchtung liefern. Entlang der Prenzlauer Allee entstehen drei Stadthäuser mit roter Klinkerfassade. Dort werden Geschäfte, Büros und Dienstleistungsfirmen untergebracht. Wer in die Dachgeschoß-Wohnungen der Stadthäuser einzieht, blickt über den zum Großteil begrünten Innenhof -- in dem auch ein Biergarten entstehen könnte -- auf die denkmalgeschützten Brauerei-Gebäude.Deren Tiefkeller sind von der Prenzlauer Allee aus ebenerdig durch eine glasüberdachte Passage zugänglich. In den Gewölben wird ein Bierkeller eingerichtet. Zwei Etagen der Glaspassage sollen unterirdisch verlaufen. Derweil im oberirdischen Teil Cafés, Grün und Galerie Platz finden, sind über die anderen Etagen der Passage die ebenfalls unterirdisch anzulegenden Fachmärkte und Tiefgaragen sowie der SB-Markt im dahinterliegenden Gebäudeteil erreichbar.Doch nicht nur der Berg soll ausgehöhlt und nutzbar gemacht sowie die alten Keller, die naß und seit Jahrzehnten mit Ware zugestellt sind, wieder zum Leben erweckt werden. Die Hofdecke unter der zu rekonstruierende Glaskuppelhalle -- die in die Altbauten integriert ist und einst als überdachte Anlieferung diente -- soll geöffnet werden und der Kuppelbau selbst mit Cafés und der Pflanzenabteilung eines einzurichtenden SB-Marktes belebt werden.An der Ecke Saarbrücker Straße wird hinter dem kleinen Wäldchen ein neues Haus gebaut. Über Geschäften im Erdgeschoß sind Wohnungen für Singles und Senioren vorgesehen. Zum Innenhof mit Spielund Freiflächen hin gelegen, wird eine Ki.t.a 120 Kindern Platz bieten."Wir gehen davon aus, Im Frühjahr 1995 mit dem Bau beginnen zu können", sagt Klaus Müller, Geschaftsführer der OMG Objekt-Marketing GmbH, die gemeinsam mit dem bayerischen Unternehmer Franz Humpimair als Gesellschafter des Investors -- einer Prenzlauer Allee Liegenschaften GmbH & Co. KG -- fungiert. Die Bauzeit für das 240-Millionen-Mark-Projekt schätzt Müller auf anderthalb Jahre.Bevor die Bagger anrücken -- der Berg wird an der tiefsten Stelle iS Meter tief ausgehoben-, ist vor allem die Frage der Einzelhandelsfläche zu klaren, über deren Größenordnung sich Bezirk und Investor noch uneinig sind. Andrea Scheuring Historische Gebäude und Neubauten sind hier im Modell zusammengefügt: Entlang der Prenzlauer Allee entstehen drei Stadthäuser (1). Auf ihrer Rückseite zum Innenhof hin -- in dem auch ein Biergarten (5> angelegt werden könnte -- drehen sich die vier Windr~der (2). An der Saarbrgjcker Straße entsteht ein neues Haus (3) mit Wohnungen und einer Kita. Die obere Etage der Glaspassage (4) führt in die Tiefkeller der alten Brauerei (6). Die in die Altbauten integrierte Glaskuppelhalle (7) soll rekonstruiert und mit Cafés und einer Pflanzenabteilung belebt werden.