Müdigkeit, Antriebslosigkeit und depressive Verstimmungen - besonders in den Herbst- und Wintermonaten leiden viele Menschen unter diesen Symptomen, die sich negativ auf ihr Wohlbefinden auswirken. In diesem Zusammenhang spielt Licht eine entscheidende Rolle. Denn Sonnenlicht beeinflusst den gesamten menschlichen Organismus in starkem Maße und ist für den Menschen lebensnotwendig.Wissenschaftliche Studien haben in den vergangenen Jahrzehnten die biopositiven Wirkungen von Sonnenlicht in unterschiedlichen Bereichen bestätigt. Die größte biologische Wirksamkeit besitzt die kurzwellige UV-B-Strahlung, da sie das Immunsystem aktiviert. Dabei ist die Produktion des Vitamin D ein wesentlicher Faktor. Durch den UV-B-Anteil des Sonnenlichts können die biochemischen Vorstufen des Vitamins umgewandelt werden, wofür schon wenige Minuten pro Tag ausreichen. Mangelt es jedoch in den sonnenarmen Herbst- und Wintermonaten an natürlichem Tageslicht, wirkt sich dies auf viele biologische Prozesse im Körper des Menschen verändernd aus - auch ein Vitamin-D-Mangel kann die Folge sein.Insbesondere aber leidet die menschliche Psyche. Dies lässt sich unter anderem dadurch erklären, dass Licht die Produktion von verschiedenen Hormonen und Botenstoffen, beispielsweise Melatonin und Serotonin, im Gehirn beeinflusst. Der Mensch nimmt Licht über das Auge auf, und der Sehnerv leitet es ins Gehirn, wo dann die verschiedenen Gehirnbotenstoffe ausgeschüttet werden. Während ein Mangel an Serotonin Depressionen verursacht, reguliert Melatonin im Wesentlichen den Schlafbedarf des Menschen: Je weniger Licht aufgenommen wird, desto mehr Melatonin produziert der Körper. Wenn im Herbst die natürliche Lichteinstrahlung abnimmt und eine verstärkte Melatoninproduktion stattfindet, führt dieser erhöhte Hormonspiegel bei manchen Menschen immer wieder zur Depression: der saisonabhängigen Depression (SAD), auch Winterdepression genannt. Studien haben gezeigt, dass die gezielte Bestrahlung mit künstlichem Licht die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden des Menschen steigern kann. Inzwischen wird vor allem die Winterdepression in Form einer Lichttherapie behandelt. Für eine solche Therapie ist das Sonnenlicht oder das dem natürlichen Licht nachempfundene helle Licht einer Lampe am besten geeignet. Bei der Behandlung mit künstlich erzeugtem Licht wird der Patient mehrmals wöchentlich etwa 30 Minuten lang von einer speziellen Lichtquelle bestrahlt. Eine Behandlung ist sogar zu Hause möglich. Dazu bezieht man aus dem Fachhandel eine Lichtquelle, die mit mindestens 2 500 Lux strahlt. Zur Behandlung einer Winterdepression reicht häufig eine Bestrahlung mit Licht aus. Sie nimmt nur wenige Tage in Anspruch. In dieser Zeit werden genügend Gehirnbotenstoffe ausgeschüttet um die depressiven Symptome zu lindern. Die Lichttherapie findet weitere Anwendung bei Schlafstörungen. Die Krankenkassen bieten diese Therapieform auch zur Behandlung von Neurodermitis und Schuppenflechte an. Alexandra Hesse------------------------------ADRESSEN // Immanuel-Krankenhaus, Abteilung für Naturheilkunde, Königstraße 63, Zehlendorf, Tel. 80 50 56 91,Fax 80 50 56 92.www.immanuel.de/Fachgebiete/naturheilkunde/Klinik und Poliklinik für Allgemeinmedizin und Naturheilkunde, Hindenburgdamm 30, Lichterfelde, Tel. 84 45 39 -96 /-97, Fax 84 45 45 90.www.fu-berlin.dePatienteninformation für Naturheilkunde e.V., Akazienstraße 28, Schöneberg,Tel. 76 00 87 60.Email: pi@datadiwan.dewww.datadiwan.deDeutscher Neurodermitis Bund e.V., Spaldingstraße 210, 20097 Hamburg,Tel. 040/23 08 10,Fax 040/23 10 08.Email: info@dnb-ev.deExperten-Hotline, 9-18 Uhr:Tel. 01801/36 03 60(maximal 4,6 Cent pro Minute aus dem Festnetz).www.dnb-ev.de------------------------------Foto: Schon wenige Minuten Sonnenlicht heben bei vielen Menschen in den dunklen Wintermonaten die Stimmung.