385 Euro im Jahr: So einfach sparen Sie im Alltag Plastikmüll – und bares Geld

Im pazifischen Ozean schwimmt deutlich mehr Verpackungsmüll als bisher angenommen. Wen die Müllhalde schon vorher schockiert hat, dem wird bei den Ergebnissen dieser Studie wohl schwindelig werden: Die Müllhalde im Pazifik ist nämlich vier- bis 16-mal größer als bisher angenommen. Das Plastik und die weiteren Rohstoffe wiegen mindestens 79.000 Tonnen, der größte Müllstrudel ist mehr als vier Mal so groß wie die Fläche von Deutschland.

Der an der Studie beteiligte Meeresforscher Laurent Lebreton sagte der britischen Zeitung Guardian, dass die Menschen ihre Art Verpackungen zu nutzen dringend überdenken müssten. „Die Zahlen sprechen für sich. Die Lage wird schlimmer, und wir müssen jetzt handeln.“ Auf europäischer Ebene wird bereits über Alternativen zu Plastikverpackungen verhandelt, zum Beispiel recycelbare Verpackungen. Aber was kann der Einzelne tun, um die Umwelt zu schonen? Diese einfachen Tipps für den Alltag in Berlin kommen sogar dem Geldbeutel zugute.

Ein Pappbecher am Morgen

Jetzt nicht erschrecken – oder besser doch: Die Deutschen nutzen pro Stunde (!) 320.000 Kaffeebecher aus Pappe. „Kaffee to go“ ist sehr praktisch und morgens in der Bahn oft das einzig Erfreuliche. Doch allein durch den Kaffee für unterwegs sammeln sich in Deutschland jährlich 40.000 Tonnen Müll. Der Becher bleibt gerade mal 15 Minuten in Gebrauch, bis er im Mülleimer landet.

Dabei kann man die Umwelt so leicht schonen, und gleichzeitig viel Geld sparen. In Berlin gibt es reichlich Cafés und Bäckereien, in denen Kunden einen Rabatt von 30 bis 40 Cent bekommen, wenn sie einen Mehrwegbecher mitbringen. Selbst wenn man nur drei Mal pro Woche einen Kaffee to go kauft, kann man mit dem kleinen Rabatt mehr als 45 Euro im Jahr sparen.

Mittagessen auf der Plastikgabel

Zugegeben, diese Umgewöhnung ist für manch einen nicht ganz so leicht, aber sie fördert die Gesundheit, ist umweltfreundlich und spart ebenfalls Geld: Vorkochen ersetzt das schnelle Mittagessen am Imbissstand. Dazu muss nicht jeden Tag vorgekocht werden. Zu Beginn können auch schon zwei Mahlzeiten pro Woche einen Unterschied machen.

Als Beispiel: Ein Nudelsalat aus Vollkornnudeln, Gemüse und Joghurtdressing ist sättigend und gesund. Dieser kann einfach in einem Einmachglas zur Arbeit transportiert werden – so servieren hippe Cafés in Neukölln und Kreuzberg sogar häufig ihre Speisen. Das rechnet sich: Das selbstgemachte Mittagessen kostet nicht mehr als zwei Euro, wohingegen die gekaufte Mahlzeit mit etwa fünf Euro ins Budget schlägt. Wenn man also zwei Mal pro Woche selbst kocht, spart man satte 300 Euro im Jahr. Und jede Menge Plastikbesteck, Pappteller, Alufolie und Papiertüten.

Orangen in der Tüte

Plastik macht drei Viertel des Abfalls in den Meeren aus. Es braucht bis zu 500 Jahre, um zu zerfallen. Mikroteilchen finden sich in den Mägen fast aller Meerestiere und Seevögel – und nach deren Verzehr auch im Magen des Menschen. Dem gegenüber hat jeder Deutsche etwa 70 Plastiktüten pro Jahr verbraucht – bis 2016 viele deutsche Unternehmen wie real, Aldi, Vero Moda und Co. die kostenlose Tüte an der Kasse verbannt haben.

Wer seine Einkäufe nun in einer Plastiktüte verstauen will, muss zahlen. Meist sind das zwischen 20 und 50 Cent. Wenn der Durchschnittsdeutsche also 70 Plastiktüten im Jahr kauft, zahlt er je nach Betrag zwischen 14 und 35 Euro im Jahr. Ein Mehrwegbeutel von Penny kostet 99 Cent und passt in jeden Rucksack.  

Wasser in Plastik verpackt

Kritiker von Flaschenwasser bezeichnen es als einen der besten Marketingtricks unserer Zeit. Und tatsächlich ist nur schwer vorstellbar, dass manche Menschen für die teuerste Flasche Wasser 124 Euro ausgeben. „Rokko No Mizu“ ist die Nummer Eins unter den Luxus-Mineralwassern und kommt aus dem japanischen Rokko-Gebirge. Wer das Wasser vor Ort kauft, muss nicht einmal einen Euro pro Liter zahlen.

Aber selbst wenn man die 19-Cent-Flaschen für 1,5 Liter von Quellbrunn kaufen, können man sein Geld auch genauso gut zum Fenster herauswerden, denn: Gesünder als Leitungswasser ist das Flaschenwasser laut Experten fast nie. Zudem kosten 1,5 Liter Leitungswasser derzeit nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes in Deutschland gerade mal 0,3 Cent. Bei 147 Liter Flaschenwasser, die der Deutsche im letzten Jahr nachhause geschleppt hat, kassieren Aldi und Co. für die kostengünstige Quellbrunn-Flasche rund 28 Euro pro Kopf. Anderes Beispiel: Vittel-Liebhaber (79 Cent pro 1,5 Liter) lassen jährlich 116 Euro im Markt. 147 Liter Leitungswasser (ohne Schleppen) kosten insgesamt 30 Cent – aufgerundet.

Mikroplastik auf den Zähnen

Viele Pflegeprodukte enthalten winzige Plastikstücke, sogenanntes Mikroplastik, die der Mensch durch die Nutzung dieser Produkte früher oder später auch in seinem Magen hat. Die kleinen weißen und blauen Kügelchen sind noch in wenigen Zahnpasten enthalten, jedoch in zahlreichen Peelings, Duschbädern, Schäumen, Sonnencremes und mehr. Besonders tragisch ist die Folge für Meerestiere. Kleine Krebse, aber auch Seehunde Fische und Muscheln nehmen das Mikroplastik bei der Nahrungsaufnahme mit auf. Der Organismus kann das Mikroplastik nicht ausscheiden und die Tiere verhungern mit vollem Magen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz hat eine Liste der Produkte veröffentlicht, die Mikroplastik enthalten – den BUND-Einkaufsratgeber.

Wer die Umwelt schont, kann bares Geld sparen. Zusammengerechnet kommen durch die eben genannten Beispiele Ersparnisse von mindestens 385 Euro im Jahr zusammen. Die Umgewöhnungen sind schnell in den Alltag integriert und lassen sich nach eigenen Wünschen erweitern.