Potsdam - Gut 40 Prozent der sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten in Brandenburg hatten Ende 2020 einen Bruttoverdienst von bis zu 2500 Euro. Das geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor. Das Ministerium bezieht sich auf die aktuell verfügbare Statistik der Bundesagentur für Arbeit mit Stand Ende 2020. Danach arbeiten in Brandenburg knapp 215.000 Menschen in dieser Gehaltsgruppe. Insgesamt waren im Land knapp 531.000 Vollzeitbeschäftigte mit einer Angabe zum Entgelt registriert.

In den anderen ostdeutschen Bundesländern lag der Anteil der Vollzeitbeschäftigten mit einem Bruttoverdienst bis 2500 Euro noch etwas höher als in Brandenburg. Der höchste Wert wurde in Mecklenburg-Vorpommern mit 43,5 Prozent erreicht. Bundesweit liegt der Anteil der Menschen in dieser geringen Einkommensgruppe bei knapp einem Viertel.

Allerdings seien die Zahlen durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinflusst, erläuterte das Bundesarbeitsministerium. Dazu gehörten eine starke Inanspruchnahme von Kurzarbeit sowie Corona-Zulagen in bestimmten Branchen oder der Verzicht auf Gehaltserhöhungen.

„Die Inflation trifft den Osten deutlich härter als den Westen“, sagte die Landeschefin der Brandenburger Linke, Katharina Slanina. Dabei sei die zu versteuernde Energiepauschale nur „ein Tropfen auf dem heißen Stein“, meinte sie. „Die Bundesregierung muss nachlegen, ansonsten droht eine Verarmungswelle in Brandenburg.“ Nötig sei auch eine Steuerreform, die Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen entlaste.