Berlin - Diese Nachricht hatte den Mitarbeitern des Daimler-Werks in Marienfelde gerade noch gefehlt: Ende vergangener Woche teilte der Daimler-Vorstand in Stuttgart mit, dass man gemeinsam mit dem chinesischen Automobilhersteller Geely neue Benzinmotoren entwickeln und bauen werde. Als wir Fevzi Sikar, den stellvertretenden Betriebsratschef im Berliner Werk, per Telefon erreichen, klingt er kurzatmig und ist in Eile. „Jetzt ist die Katze aus dem Sack“, sagt er. „In Daimlers Strategieplanung kommt Berlin nicht mehr vor.“

In dem Werk im Süden Berlins liegen bei den Mitarbeitern die Nerven seit Monaten blank. Viele sind über 50, haben seit Jahrzehnten Motoren gebaut. Kleine für den Smart und ganz große für die Luxuslimousinen von Mercedes. Inzwischen ist die Unsicherheit dort aber so stark konzentriert wie an wenigen Orten dieser Stadt. Dass Motoren, die Diesel oder Benzin verbrennen, nicht zukunftsfähig sind und die Transformation unumgänglich ist, wissen auch die 2500 Beschäftigten in Daimlers ältestem Werk. Nun erfahren sie aber, dass Verbrenner für Daimler offenbar doch nicht tot sind. „Wir sind nicht gegen das Neue, aber wir wollen Fairness“, sagt Sikar.

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