Späte Reue“ hat der Journalist und PR-Profi Stefan Baron sein Buch über seinen langjährigen Chef Josef Ackermann betitelt. Das lässt aufhorchen. Schließlich gilt der Ex-Vorstandschef der Deutschen Bank als schillernde Reizfigur der Wirtschaft, der wie kein zweiter die zügellosen Finanzmärkte vor der großen Krise verkörpert. Doch mit Reue ist das so eine Sache. So recht will Ackermann bei der Buchvorstellung in Berlin seinem ehemaligen Pressesprecher nicht folgen. Er gibt weniger den Geläuterten als den Missverstandenen, der sich ungerecht behandelt fühlt.

Es geht um seine Rolle in einem Finanzsystem, das in der Jagd nach Turbo-Renditen aus den Fugen geriet. Als die Spekulationsblase 2007/2008 platzte, begann eine ökonomische und soziale Katastrophe, die Staaten ruinierte und Millionen Menschen in die Arbeitslosigkeit trieb. Unter den Folgen leidet die Welt bis heute. An den Zeitgeist in den Jahren davor, in denen er selbst ein Renditeziel von 25 Prozent propagierte, erinnert Ackermann und fragt: „War das alles falsch, was wir damals gemacht haben?“ Vieles sei notwendig gewesen.

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