Geschlossene Filiale des Sportausrüsters Adidas auf dem Kurfürstendamm in Berlin am  30. März 2020
Foto: imago images/Jens Schicke

BerlinDer Weltkonzern Adidas hat auf die harte Kritik aus der Politik sowie einen weltweiten Shitstorm reagiert und macht eine Rolle rückwärts. Der Vorstand zog seine Entscheidung, vorerst keine Mieten für seine wegen der Corona-Krise geschlossenen Filialen zu zahlen, zurück. Gleichzeitig kündigte der Konzern neue Maßnahmen an, um das Unternehmen und die Arbeitsplätze von seinen rund 60.000 Mitarbeitern zu retten.

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Man würde sich „in aller Form entschuldigen“ und habe den „Vermieter_innen die Miete für April“ bereits bezahlt, heißt es in dem auf der Unternehmensseite veröffentlichten Brief. Weiterhin teilen die Firmenboss mit, man habe „einen Fehler gemacht und damit viel Vertrauen verspielt. Es wird dauern, Ihr Vertrauen wieder zurückzugewinnen“.

Kurzarbeit für 60.000 Mitarbeiter

Dennoch befinde sich das Unternehmen unter Führung von Kasper Rorsted weiterhin „in einer Ausnahmesituation, die uns jeden Tag vor noch nie dagewesene Herausforderungen stellt“. So finde „fast auf der gesamten Welt kein normales Geschäft mehr statt. Die Läden sind zu“. Geschlossene Filialen in diesem Ausmaß halte „selbst ein gesundes Unternehmen wie adidas nicht lange aus“.

Dabei ist das Unternehmen auch dank Rorsted gut aufgestellt: Zuletzt gab es Profitabilitätssteigerungen in Serie – im Rekordjahr 2019 zwei Milliarden Euro Überschuss – und reichlich Liquidität in der Kasse sowie ein ausgesprochenes Gespür für das Image der Marke mit den drei Streifen.

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Dennoch werde es nun harte Einschnitte geben: So verzichtet der Vorstand bis auf Weiteres auf 50 Prozent seines Gehaltes, die nächste Führungsebene auf 30 Prozent. Auch das Aktienrückkaufprogramm habe man bereits vollständig eingestellt. Um langfristig die Arbeitsplätze der weltweit rund 60.000 Mitarbeiter zu sichern, habe man sich mit den Betriebsräten auf Kurzarbeit geeinigt. Dennoch, heißt es in dem Brief weiter, werde Adidas Kredite benötigen.

Adidas produziert ab sofort Atemschutzmasken

Unabhängig davon versuche der Konzern nach Vorstandsangaben, seinen „Beitrag zu Projekten zur Bewältigung der COVID-19-Krise zu leisten“. So unterstütze man den Solidarity Response Fund der Weltgesundheitsorganisation WHO sowie Hilfsorganisationen in Deutschland. In China habe man bereits „medizinische Güter für Ärzt_innen und Pflegepersonal bereitgestellt“.

Mehrere Partner von Adidas produzieren nach Unternehmensangaben zudem ab sofort und „auf unsere Kosten“ Gesichtsschutz und Masken für das Gesundheitswesen. Beide Produkte sind derzeit aufgrund der weltweiten Nachfrage Mangelware und werden dringend benötigt, um eine weitere Ausbreitung des Virus zumindest zu verlangsamen.

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Galeria Karstadt Kaufhof bleibt bei harter Linie

Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof bleibt unterdessen bei ihrer Ankündigen, die Mietzahlungen für ihre Warenhäuser, Sporthäuser, Reisebüros und Logistikimmobilien zu stoppen. Bereits für April und bis Ende Juni werde keine Miete gezahlt, hatte Finanzchef Miguel Müllenbach gesagt.

Das Unternehmen behalte sich laut einem Bericht des Spiegel sogar vor, bereits gezahlte Mieten für März sowie geleistete Nebenkosten-Vorauszahlungen mindestens zur Hälfte zurückzufordern. Laut dem Bericht im Spiegel habe das Unternehmen zudem angekündigt, entgegen der gesetzlichen Regelungen nicht gezahlte Mieten auch nicht bis Ende Juni 2022 nachzuzahlen. Zur Begründung heiße es in einem Schreiben, dass „auf den vermieteten Flächen derzeit kein Betrieb möglich sei“.

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