Berlin - Vor ein paar Tagen hat Alexander Skora ein Foto und einen bedeutenden Satz des indischen Pazifisten Gandhi auf seine Facebook-Seite gestellt: „Erst ignorieren sie dich, dann bekämpfen sie dich. Und dann wirst Du gewinnen.“ Skora sagt, Gandhi habe für ihn eine große Bedeutung. „Er hatte eine Vision. Und er hat andere Menschen ermuntert.“

Auch Alexander Skora hat im Moment eine Vision und Gandhis Spruch kann man auch als persönlichen Mutmacher verstehen. Der 47-jährige Unternehmer aus Berlin plant, die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin zu übernehmen. Und er stellt sich ganz forsch in eine Reihe großer Unternehmen, die sich auch für Air Berlin interessieren, etwa Lufthansa, Easyjet und Condor sowie der ehemalige Energie-Topmanager Utz Claassen.

Alexander Skora hat sich mit einem Konsortium aus israelischen, amerikanischen und kanadischen Unternehmern zusammengetan und will die Berliner Marke mit ihren Flugrouten retten, notfalls sogar eine neue Fluggesellschaft gründen und die begehrten Start- und Landerechte übernehmen. Das sei gar nicht so schwierig, sagt Skora. „Einen Riesenmarkt“ an Flugzeuganbietern gebe es, ebenso Piloten und Techniker. „Berlin ohne eine eigene Airline – das geht gar nicht“, sagt Skora. Er erinnert sich gern an die roten Herzen aus Schokolade, die Stewardessen jedem Passagier zur Erinnerung geschenkt haben.

Alexander Skora will gewinnen

Seit zwei Jahren analysiert Skora den langsamen Niedergang. „Da saßen funktionierende Manager in den Chefetagen, aber eben keine klassischen Unternehmer, die ihre ganze Existenz in das Wohl der Firma und der Kunden stecken“, sagt er. Unausweichlich sei so die Insolvenz gewesen. „Vor meinem inneren Auge stand sie lange fest.“

Alexander Skora wuchs in Berlin auf, in Charlottenburg, am Stuttgarter Platz. An der Freien Universität studierte er Jura. Alexander Skora lebt mit seiner Familie heute in Prenzlauer Berg, im Bötzowviertel. Er ist verheiratet und hat einen neun Jahre alten Sohn. Ihm gehören inzwischen mehrere Hotels und Mietshäuser in der Stadt, das bekannteste Haus dürfte das Hostel Happy Go Lucky am Stuttgarter Platz sein, weil es eine auffällig bunte Fassade hat mit abstrakten Mustern und Smileys. Skora streitet sich mit dem Bezirksamt, welches in der Fassadenbemalung Eigenwerbung erkennt und fordert, diese zu entfernen. Skora beruft sich auf die Kunstfreiheit, schimpft auf die „Zensurbehörde“ und startet eine Internetpetition.

Alexander Skora plant den Kauf von Air Berlin mit Geschäftspartnern, die auch seine Freunde sind. Seine israelischen Partner etwa lernte er schon als Teenager in einem Kibbuz in Genezareth kennen, heute sind sie erfolgreiche Unternehmer.

Aber ist seine Idee, Air Berlin zu kaufen, nicht größenwahnsinnig? Keineswegs, sagt Skora. Bei Lufthansa gebe es kartellrechtliche Bedenken. Skora ist Jurist, zu seinen Fachgebieten gehören Wettbewerbs- und Kartellrecht. Und er will gewinnen. Das hat er von Gandhi gelernt.