Die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin streicht zum Herbst und Winter Langstrecken-Flüge ab Berlin-Tegel. Nach Angaben der Air-Berlin-Sprecherin Melanie Schyja betrifft das verlustreiche Strecken, wie zum Beispiel zwei tägliche Verbindungen von Berlin nach Abu Dhabi. Diese werden zum 17. September und zum 1. Oktober gestrichen.

Außerdem werden am 30. September keine Air-Berlin-Flüge zwischen der Hauptstadt und Chicago durchgeführt. Die zum Start des Winterflugplans vorgesehene Streichung der Verbindung von Berlin nach Los Angeles und San Francisco, sowie von Düsseldorf nach Bosten werden auf den 1. Oktober, also um vier Wochen, vorgezogen.

Das alles diene der Stabilisierung der operativen Situation am Flughafen Tegel. Wer bereits ein Ticket für diese Verbindungen gekauft habe, werde soweit es möglich sei auf andere Flüge umgebucht.

Bieterfrist am 15. September

Kaufinteressenten können nach Unternehmensangaben bis zum 15. September Angebote abgeben. „Air Berlin wird den Investorenprozess zügig abschließen“, sagte ein Sprecher am Dienstag. Er widersprach jedoch Informationen aus dem Umfeld des Gläubigerausschusses, wonach die Bieterfrist schon am 13. September ende und das Gremium zwei Tage später bereits erste Entscheidungen treffen könne. Eine Gläubigerversammlung werde es zu einem späteren Zeitpunkt geben, sagte der Sprecher.

Als Interessenten für Teile der Air Berlin gelten neben der Lufthansa die britische Easyjet und die Thomas-Cook-Tochter Condor. An diesem Mittwoch ist ein Gespräch mit dem Nürnberger Unternehmen Hans Rudolf Wöhrl geplant, der die Fluggesellschaft als Ganzes übernehmen will. Lufthansa ist vor allem an der Touristik-Tochter Niki interessiert und bietet auch für die Langstreckenflotte der Air Berlin. Nach Informationen aus Eurowings-Kreisen bietet der Konzern für den Fall eines Zuschlags an, mindestens zwei dieser Jets in Berlin zu stationieren und von dort Fernziele anzufliegen. (dpa/BLZ)