Aldi Nord: Aldi-Milliardär Theo Albrecht bricht sein Schweigen

Aldi-Milliardär Theo Albrecht bricht sein Schweigen. In der neuen Ausgabe des „Stern“ äußert  sich Albrecht erstmals öffentlich über den Erbstreit beim Handelsriesen Aldi Nord.

Theo Albrecht  wirft seiner Schwägerin und deren Kindern vor, gegen den letzten Willen seines 2012 verstorbenen Bruders Berthold zu verstoßen: „Ich bin sehr traurig darüber, dass Babette und ihre Kinder das Testament und die Stiftungssatzung ihres Ehemanns nicht akzeptieren wollen und diese bekämpfen“, sagt Albrecht laut einem Vorabbericht des Magazins. Er wolle dafür Sorge tragen, dass „eine Selbstbedienung am Vermögen auch weiterhin ausgeschlossen bleibt“.

Seit dem Tod von Berthold Albrecht stehen sich laut „Stern“-Bericht zwei Familienstämme unversöhnlich gegenüber. Vordergründig ginge es bei dem Erbstreit um die Machtverteilung in drei Familienstiftungen, in denen die Anteile an Aldi Nord liegen. Die Berthold-Kinder beanspruchten demnach das Sagen in mindestens einer der Stiftungen sowie damit verbundene hohe Millionenbezüge.

Albrecht lebt zurückgezogen

Theo Albrecht lebt extrem zurückgezogen und hat sich bisher nie gegenüber der Presse geäußert. Offenbar sei die Sorge um die Zukunft des Handelskonzerns aber so groß, dass er jetzt den Weg in die Öffentlichkeit sucht, so der Bericht. „Es war für uns selbstverständlich, dass wir das Vermächtnis unseres Vaters erfüllen und die Unternehmensgruppe Aldi Nord in seinem Sinne weiterführen würden“, erklärte Albrecht. „Das bedeutet: Das Unternehmen steht immer an erster Stelle. Auch unsere Familien müssen sich unterordnen.“

Anstoß nimmt der Discount-Milliardär offenbar auch am Bruch von jahrzehntealten Familientraditionen: „Der Name Albrecht verpflichtet zu einem bescheidenen Lebensstil.“ Die Zitate übermittelte Theo Albrecht in schriftlicher Form.

Babette Albrecht und die Kinder wiesen den Vorwurf, gegen den Unternehmenssinn zu handeln, durch ihren Anwalt zurück. Der besondere Zweck einer Familienstiftung bestehe in der Förderung der Familie. Die Ausschüttungen stünden in angemessenem Verhältnis zur Größe des Unternehmens. (red)