Fertig ist der Flughafen BER noch nicht, aber neben Planungspannen hat er auch etwas Gutes bewirkt: Er hat die Wirtschaft der Region angekurbelt. So erklärt zumindest Tobias Koch von der Beraterfirma Prognos, warum der Landkreis Dahme-Spreewald zu den wirtschaftlich erfolgreichsten in Ostdeutschland gehört. Außerdem gebe es im Berliner Speckgürtel sehr gute Verkehrsanbindungen – ein Faktor, der für viele entscheidend für die Wahl des Wohnortes ist.

Worauf die Bundesbürger außerdem Wert legen, hat das Allensbach-Institut zusammen mit Prognos ermittelt. Die Ergebnisse stehen in der repräsentativen Studie „Wohnen in Deutschland“ im Auftrag des Verbands der Sparda-Banken, die am Mittwoch vorgestellt wurde.

So gaben 83 Prozent der Befragten an, dass ihnen gute Einkaufsmöglichkeiten in ihrem Wohnumfeld am wichtigsten sind. 70 Prozent legen vor allem Wert auf eine gute Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr. Erst auf Platz drei folgen gute Schulen (62 Prozent) und Rang sieben nehmen Kinderbetreuungsmöglichkeiten (45 Prozent) ein. Von Bedeutung ist zudem noch das Arbeitsplatzangebot in der Region (57 Prozent) und ein erfüllendes Kulturangebot (49 Prozent).

Theorie: Ab 1500 sei Eigentum finanzierbar

Jeder zweite Bundesbürger wohnt bereits in einem eigenen Heim. Jeder fünfte hat das in den kommenden Jahren noch vor. Für die anderen, die lieber zur Miete wohnen, sprechen vor allem die hohen finanziellen Ausgaben dagegen, eine Immobilie zu erwerben. Angefangen beim Kauf, den daraus entstehenden Nebenkosten wie Steuern bis hin zur Sanierung der eigenen vier Wände. Den Studienmachern zufolge bezahlen Bundesbürger für den Kauf eines Hauses von gut 130 Quadratmetern im Durchschnitt 223.000 Euro. Ihre Schlussfolgerung daraus: Jeder dritter Mieter in Deutschland könnte sich die Anschaffung einer Immobilie leisten. Denn, jeder Haushalt habe im Schnitt etwa 3 500 Euro Monatseinkommen netto zur Verfügung. Und ab 1 500 Euro sei Eigentum finanzierbar. So weit die Theorie.

Denn die Preise für ein eigenes Heim unterscheiden sich im Bundesgebiet um fast eine halbe Million Euro. So kostet ein Haus in Bremen im Durchschnitt 205.100 Euro, in der teuersten Stadt München hingegen liegt der Preis für ein Haus bei 679 900 Euro. Berlin liegt hier mit 285 200 Euro im günstigeren Mittelfeld.

München führt aber die Liste nicht nur bei den teuren Häusern sondern auch bei den kostspieligen Eigentumswohnungen an: Der Quadratmeter kostet hier im Schnitt 4 750 Euro. Platz zwei belegt Hamburg mit 3 120 Euro, gefolgt von Frankfurt am Main mit 2 900 Euro, Berlin liegt mit 2 300 Euro auf dem sechsten Platz.

„Nirgendwo anders in Deutschland ist der Kaufpreis für Immobilien so rasant gestiegen wie in Berlin“, sagt Prognos-Projektleiter Koch. „Er hat dabei sogar den Mietpreis noch überholt.“

Erstaunlich ist, dass nur wenige Menschen Eigentum in der Metropole besitzen: lediglich 16 Prozent. Ähnlich sieht es in Frankfurt am Main aus. Gerade 21 Prozent der Einwohner leben in Immobilien, die sie ihr Eigen nennen können. Hamburg und Düsseldorf teilen sich Platz drei mit 24 Prozent.