Berlin - Gamestop ist Computerspielern schon lange ein Begriff. „Power to the Players“ lautet der Werbeslogan des mit dem Handel von Computerspielen und Spielekonsolen bekannt gewordenen Einzelhändlers. Weil auch gebrauchte Spiele und Hardware über Gamestop erworben werden können, ist Gamestop auch bei Kunden mit kleinem Budget beliebt.

Die goldenen Zeiten des Geschäfts sind jedoch vorbei, Gamestop macht Verluste. Im Geschäftsjahr 2019 lag das operative Ergebnis bei einem Minus von etwa 700 Millionen Dollar. Gerade die große Anzahl an Geschäften entwickelte sich für Gamestop zunehmend zu einem Problem: Der Handel mit Spielen findet auch im Konsolenbereich immer mehr online statt, zudem sind die großen Computerspiel-Publisher dazu übergegangen, ihre Titel über eigene Plattformen zu verkaufen. Investoren hatte deshalb gute Gründe, um davon auszugehen, dass sich der Schlingerkurs des Unternehmens weiter fortsetzen würde. Die strukturelle Krise des Unternehmens rief professionelle Shortseller auf den Plan. Short Selling funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Ein Investor leiht sich eine Aktie, verkauft sie und kauft sie etwas später zurück, um sie dem Verleiher wiederzugeben. Wenn der Aktienkurs nach dem Verkauf tatsächlich fällt, kann der Leerverkäufer die Aktie zu einem niedrigeren als den ursprünglichen Verkaufspreis zurückerwerben. Nach Abzug der Leihgebühr verbleibt dem Leerverkäufer dabei die Differenz zwischen Verkaufs- und Ankaufspreis als Gewinn. Durch konzentriertes Short Selling sinkt regelmäßig der Börsenwert eines Unternehmens. 

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