Macht das Konsumentenleben bunter: Andreas Henke.
Foto: Piech Automotive

BerlinSeitdem der studierte Volkswirt und Politologe Andreas Henke im Berufsleben steht, hat er Dinge verkauft, die man nicht zwingend zum Leben braucht, die das Leben aus Sicht der Käufer aber um einiges angenehmer machen können.  Fast zwei Jahrzehnte war Henke bei Porsche. 2017 wechselte er dann die Branche. Er zog nach Berlin, um hier die Führung der Schöneberger High-end-Hifi-Manufaktur Burmester zu übernehmen, nachdem dessen Chef und Gründer Dieter Burmester überraschend gestorben war. Nun kehrt Henke zurück zum Automobil. In der Schweiz soll er das Start-up Piech Automotive lenken, das einen batteriebetriebenen Sportwagen auf den Markt bringen will.

Das Schweizer Unternehmen wurde von Toni Piech gegründet, Sohn des 2019 verstorbenen VW-Patriarchen Ferdinand Piech. Während der sich noch zu Lebzeiten von dem Vorhaben seines Sohnes distanzierte („Ich war nie dabei, ich bin nicht dabei und werde nicht bei dem Projekt beteiligt sein“), ging Toni Piech mit Eigenkapital und vor allem prominenter Unterstützung durch den amerikanischen Investor und Paypal-Gründer Peter Thiel seinen Weg. Ende 2022 will der Urenkel des Porsche-Gründers das Auto samt „revolutionärer Batterie- und Ladetechnologie“ auf den Markt bringen. In nicht einmal fünf Minuten soll Strom für 400 Kilometer nachgeladen werden können.

Der Piech Zero One.
Foto. Piech Automotive

Laut Unternehmensangaben befinde man sich inzwischen auf der Zielgeraden. Neben Henke wurde der Ex-Porsche- und frühere VW-Konzernchef Matthias Müller als Aufsichtsratsvorsitzender verpflichtet. „Wir haben einen langjährigen und erfolgreichen Manager der Automobilbranche von unserem disruptiven Ansatz überzeugt“, wird Toni Piech in der Firmenmitteilung zitiert. Immerhin ginge es um einen „Meilenstein für nachhaltige individuelle Mobilität“.

Das mag auch Andreas Henke zum Jobwechsel bewogen haben. Jedenfalls hatte der kürzlich einen Essay veröffentlicht, in dem er schrieb, dass eine Zeit der Pioniere kommen werde, „die aufbrechen und nicht weiter die neueste Evolutionsstufe der Dampfmaschine als allein heilsbringend begreifen wollen“. Die Schweizer Pionierleistung ist allerdings ein 150.000 Euro teures Automobil, das drei Elektromotoren nutzt, um es in 3,3 Sekunden auf Tempo 100 zu beschleunigen und 250 km/h zu schaffen. Luxus also. Henke bleibt sich treu.

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