Berlin - Die geplante Übernahme durch Facebook hat viele Nutzer des Nachrichtendienstes Whatsapp aufgeschreckt. Sie befürchten, dass ihre Daten mit denen von Facebook abgeglichen und dort gespeichert werden könnten. Deshalb wechseln sie nun scharenweise zur Konkurrenz.

Ganz oben auf ihrer Favoritenliste steht offenbar der Berliner Anbieter Telegram: Die App Telegram, die von zwei russischen Brüdern entwickelt wurde und von der deutschen Hauptstadt aus betrieben wird, verzeichnete alleine am vergangenen Sonntag fast fünf Millionen neue Nutzer weltweit. Jede Sekunde würden sich 100 neue Nutzer registrieren, teilten die Betreiber via Twitter mit. Dies sei „crazy“.

Der Grund für die plötzliche Beliebtheit von Telegram, mit dem ebenfalls Textnachrichten, Fotos und Videos ausgetauscht werden können, ist so banal wie einleuchtend: Im Gegensatz zu Whatsapp und anderen Konkurrenten ist das Herunterladen und die Nutzung der App bislang noch kostenlos. Whatsapp verlangt dagegen seit einiger Zeit eine Jahresgebühr von einem Dollar. Zudem bietet Telegram seinen Nutzern eine Verschlüsselung an. Nachrichten können automatisch auf dem Smartphone des Absenders und auf dem des Empfängers gelöscht werden.

Mit dem gewaltigen Andrang waren die Betreiber von Telegram anfangs überfordert. „Wir haben Verbindungsprobleme in Europa, ausgelöst durch eine Lawine an neuen Nutzern“, twitterten sie bereits am Sonnabend. An dem Tag hätten sich bereits mehr als 1,8 Millionen Menschen neu bei Telegram angemeldet. Zu allem Überfluss litt Whatsapp an dem Tag unter Serverproblemen. Stundenlang konnte der Dienst nicht genutzt werden.